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Der Fänger im Roggen

Salinger, Jerome David

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[ Buchtipp von Freie Bibliothek ] Handlung
Ein verwirrter, von seinen Gefühlen geschaukelter Schüler prallt mit seinen Vorstellungen und Wünschen auf die Realität, fliegt auf diesem Selbst-Verlierungs-Trip eine Woche von der Schule, wovon er seinen Eltern allerdings nichts erzählt. Statt dessen mietet er ein Hotelzimmer in New York und verbringt ein paar Tage mit der Überlegung, wie´s weitergehen soll. Er trifft ein paar alte Freunde, Schulbekannte und einen ehemaligen Lehrer, die ihm alle dasselbe raten, was er aber nicht hören will; dazwischen kippt er ein paar Gläser zuviel und weigert sich standhaft, die Dinge auf eine für ihn vorteilhaftere Weise zu betrachten, bis ihn die Umstände zwingen, seine kleine Schwester um Geld anzuschnorren. Also besucht er sie mitten in der Nacht und schleicht an ihr Bett, damit seine Eltern nichts merken, die ihn wie gewöhnlich erst zum Wochenende erwarten.
Er spielt mit dem Gedanken abzuhauen und hofft so, mit einer einzigen Handlung sein vermurkstes Leben aus dem Dreck zu ziehen. Davor will er noch seiner Schwester lebe wohl sagen und ihr das Geld zurückgeben.
Als Phoebe merkt, wie ernst es ihrem Bruder in seiner Verzweiflung mit dem Abhauen ist, setzt sie ihren ganzen Charme und Liebe ein, um ihn davon abzuhalten. In Wirklichkeit wußte er die ganze Zeit, daß sein Plan, einem unbekannten Ziel entgegen zu flüchten, eine Schnapsidee war. Ihr das Geld zurückzugeben, war nur ein Vorwand, sich nicht eingestehen zu müssen, wie sehr er die kleine Phoebe doch liebte. Er beschließt zu bleiben, und kehrt zu seinen Eltern zurück.


Kritik
Als ich „Der Fänger im Roggen“ gelesen habe, war ich enttäuscht. Ich halte das Buch für überbewertet.

Was uns J. D. Salinger da präsentiert, ist das Portrait eines Jungen, der am Scheideweg zur Erwachsenenwelt in völliger Unkenntnis seiner eigenen Lage, den Leser peinlich berührt und hoffen läßt, daß er sich bis zum Ende des Buches zum reifen, sich selbst durchschauenden jungen Mann entwickelt -aber wir warten umsonst. Erst aus den ganz letzten Zeilen steigt ein Hauch dieser Möglichkeit auf, durch seine kleine Schwester Phoebe, die ihm intellektuell weit überlegen ist, vor allem aber -die Dinge des Lebens vom Herzen her versteht.

Die Beziehung zwischen Phoebe und ihrem Bruder ist der Höhepunkt, und zugleich die Auflösung der Geschichte. Die Stellen, in denen der Erzähler die Liebe zu seiner Schwester beschreibt sind rührend und ist zugleich das einzig echte Gefühl des Protagonisten -warum ich darauf 200 Seiten warten mußte, verstehe ich nicht.
Ackley und Strandlater fand ich eher schwach. Und der Protagonist –wie gesagt: eine bedauernswerte, armselige Kreatur.

[ Info ] Salinger, Jerome David: Der Fänger im Roggen. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg/2006 . ISBN: 3-499-23539-0.


Dieses Buch ist ...

Genre: Roman
Stichworte: beeindruckend, meisterhaft
Stil: spannend
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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