[ Buchtipp von Stephan M. ] Wer diesen Roman liest, lernt zweielei: Wir wollen in dem, was uns umgibt und was uns begegnet, einen Sinn erkennen und wir wollen das, was wir nicht verstehen als absichtsvolles Handeln interpretieren oder zumindest als eine Gesetzmäßigkeit erkennen. Gelingt es nicht, sind wir hilflos.
Hilflos wie ein Mensch der Frühzeit angesichts unverstehbarer Naturphänomene ist die Wissenschaft, die sich in diesem Science-Fiction-Roman mit dem Planeten Solaris und den seltsamen Dingen, die auf ihm passieren, beschäftigt und genauso wie jene ist es ihr nicht möglich, eine Grenze zwischen Realität und Traum, zwischen Psyche und Außenwelt zu ziehen. Der Leser bekommt hier nicht nur Spannung geboten, sondern kann auch mit dem wunderbar stillen Humor Lems über die Wissenschaft schmunzeln, die niemals aufgibt, die Dinge erklären zu wollen, auch wenn die Vergeblichkeit und Aussichtslosigkeit überdeutlich ist.
Es gilt also mal wieder: Buch lesen ist mehr als Film gucken.
[ Info ] Lem, Stanislaw: Solaris.
dtv,
München/1996
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ISBN: 3-423-10177-6.
Genre: Roman
Stichworte: meisterhaft
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken
Sprachen (Buchtipp): Deutsch
[ 05.03.07 - 11:16 ] [ Kommentar von Iwo Randoja ] Lem ist für mich die Nr. 1 von gar nicht mal so wenigen (im Literaturbetrieb aber in der Regel wenig beachteten) Beispielen für anspruchsvolle Science Fiction Literatur. An ihn kommen vielleicht noch die russischen Brüder Strugatzkij heran.
[ 28.01.06 - 23:50 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] "Dieser Psyche-Kosmos-Misch-masch" scheint sich zu einer Art Religion zu entwickelt. Verständlich: dient sie doch der momentanen Politik. Ich glaube nach wie vor, dass man innerpsychische Vorgänge von der Aussenwelt unterscheiden kann; die Frage ist nur: ob man´s kann! Das Buch werde ich trotzdem lesen; es ist immer interessant zu wissen wie die Masse tickt, bevor sie explodiert!