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[ Buchtipp von Paul Wühr ] Nach Schelling wird der dunkle Grund, der selbst nicht Gott sei, aus dem dieser aber komme, die Natur in Gott genannt. In ihr wurden und werden alle Menschen ausgesetzt. Nur im Staat seine Genealogie muß hier entfallen können Menschen als personale Einheiten vorgestellt werden: hier müssen sie sich verantworten als Personen. Werden sie ganz und gar als solche personalen Einheiten gedacht, dann sind sie für ihre Taten voll verantwortlich: sie können nicht nur vor den Mitbürgern, sondern auch vor Gott schuldig werden. Religionen sehen das so. Gelten im Staat ihre Dogmen, so gibt es Strafen nach dem Tod oder ewige Verdammnis in der Hölle. Poesie denkt aus ihrer Quasi-Personalisierung heraus zwar an zeitliche Strafen, jedoch an eine grundsätzliche Unschuld der Übeltäter, die nach dem Urteil und während der Strafe ihre menschliche Würde behalten müssen. Das hat mit Strafmilderung nichts zu tun.
[ Info ] Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph: Über das Wesen der menschlichen Freiheit.
Suhrkamp Verlag,
Frankfurt am Main 1975
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Genre: Wissenschaftliche Abhandlung
Stichworte: meisterhaft
Empfohlen für: Sprachgenuss, Lektüre zum Nachdenken
Sprachen (Buchtipp): Deutsch