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[ Buchtipp von Eva Umbauer ] Die ganze Insel entsprach exakt dem, was ein Mädchen, das in einer Wohnwagenkolonie lebte
sich erträumen würde. Dieses Mädchen würde, wenn seine Mutter zur Arbeit war, im Wohnwagen alle Lichter ausmachen
die Arme vor der Brust verschränken und sich das Leben an einem solchen Ort ausmalen.
Der minimalistische Schreibstil des Chuck Palahniuk fasziniert seit seinem 1996 erschienenen Roman-Debut Fight Club, jenem Underground-Klassiker, der später in Hollywood verfilmt wurde. Palahniuk gehört neben Douglas Coupland zu den beliebtesten Schriftstellern der sogenannten Generation X, auch wenn dieser Literatur-Star mit seiner erschütternden Prosa immer wieder auch als Schock-Autor kritisiert wird. Das white trash Mädchen aus der Wohnwagenkolonie, Misty, ist die Hauptfigur in Das letzte Protokoll, einer witzig-zynisch-nihilistischen Geschichte mit Horror-Story Anleihen. Der trailer park, die Wohnwagenkolonie, ist für die Unterschicht der US-Bevölkerung oft die einzige finanzierbare Wohnmöglichkeit. In Palahniuks Heimat, dem pazifischen Nordwesten, befinden sich besonders viele dieser trailer parks. Aber das ist nur der Ausgangspunkt der Geschichte, in der es letztlich um eine Abrechnung mit der modernen amerikanischen Gesellschaft geht. Was Misty gelernt hat, ist, dass Schmerz und Panik und Entsetzen nur ein paar Minuten dauern. Was Misty gelernt hat ist, dass ihr das Sterben sterbenslangweilig geworden ist.
[ Info ] Palahniuk, Chuck: Das letzte Protokoll.
Manhattan/Goldmann München/Random House Verlagsgruppe,
USA 2005
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Genre: Roman
Stichworte: beeindruckend
Stil: satirisch
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken
Sprachen (Buchtipp): Deutsch