[ Buchtipp von Eva Umbauer ] Zum Überwintern muss man entweder eine Pflanze sein oder reich, und er ist nichts von beidem. Er ist Albert Lippincott, oder einfach Postmann, Briefträger in der Collegestadt Nestor, irgendwo im Staat New York, wo der Winter besonders hart ist. Postmann trägt mehr müde als unermüdlich die Post aus und hat dabei im Lauf der Zeit Neurosen entwickelt. Er öffnet und liest den einen oder anderen Brief
Postmann ist die gelungene Charakterstudie eines komplexen amerikanischen Außenseiters, den der Amerikanische Traum einfach übergangen hat, wie immer mehr Menschen in den USA unserer Zeit. J. Robert Lennon rechnet in seinem bereits vierten Roman mit dem Amerikanischen Traum ab, indem er den Leser zehn Tage lang den Postmann begleiten und ihn dabei seine tragikomische Lebensgeschichte erfahren lässt. Nicht zuletzt ist es die große Portion schwarzer Humor, die einen rasch durch die mehr als sechs hundert Seiten zieht, bevor der Postmann buchstäblich seinem Ende entgegensieht: Postmann hängt nicht der Vorstellung nach, dass ihm vielleicht noch mehr Leben, mehr Schmerz, mehr Ungewissheit bevorstehen. Doch selbst wenn es so wäre, würde ihn das eigentlich nicht umschmeißen
Trotz seiner Erfahrungen in siebenundfünfzig Jahren hätte er nichts dagegen, noch ein wenig weiterzuleben.
[ Info ] Lennon, J. Robert: Postmann.
Wilhelm Heyne Verlag,
München 2005
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Genre: Roman
Stichworte: ergreifend, beeindruckend
Stil: spannend, satirisch
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken, Reiselektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch
[ 22.09.06 - 21:16 ] [ Kommentar von Johannes Prokop ] Lesegenuss von der ersten bis zur letzten Seite. Und neben unschlagbarem Humor wird auch noch reichlich Stoff zum Nachdenken geboten... Eindeutig mehr als nur Urlaubslektüre (für die das Buch ursprünglich gedacht war)!
[ 21.12.05 - 18:26 ] [ Kommentar von Hermann Falkner ] danke für den tip! hört sich genau nach meiner kragenweite an, muss ich mir besorgen.