Über Gunther Reisinger
- Leserprofil
Name: Gunther Reisinger
Sprache: Deutsch
Stadt: Karlsruhe/ BRD
Land: AUT
Bücher: 5

[ Buchtipp von Gunther Reisinger ] Der Unterschied zwischen der Oberfläche eines Mediums und dessen darunterliegendem Wesen wurde schon bei Jaques Lacan oder Norbert Bolz verhandelt: Boris Groys geht in seinem 2000 erschienenen Buch Unter Verdacht einige Schritte weiter und prophezeit das grundlegende Scheitern einer auf technologischen Kriterien basierenden Medientheorie. Hatte Marshal McLuhan in den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts nachhaltig die Botschaft des Mediums in sich selbst gesehen und eingefordert, die Black Box als solche anzunehmen, wird in Zeiten des Internet diesem Kulturkonservativismus gerne entgegengetreten.
Der Untertitel des Buches täuscht ein wenig über Groys´ Intention hinweg, mehr als nur die Erscheinung eines Mediums zu befragen: der Autor tritt mit dem Anspruch einer Ontologisierung der Medienfrage an und beschreitet hierfür neue Wege. Mit der Kunst der Gegenwart als inhaltliches Mittel schürt Groys den Verdacht des Verborgenen: im Rezipienten aktueller Kunstformen entsteht ein ungewisser Verdacht, der seinerseits Kunstschaffende zu neuen Werken inspiriert - ein mythischer Zyklus, der Groys in diesem Zusammenhang des Öfteren den Vorwurf des Spekulativen einbrachte.
[ Info ] Groys, Boris: Unter Verdacht. Eine Phänomenologie der Medien.
Hanser,
München 2000
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Genre: Anderes
Stichworte: innovativ
Stil: experimentell
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken
Sprachen (Buchtipp): Deutsch
[ 23.11.05 - 16:20 ] [ Kommentar von Florian Grond ] Ich finde spekulatives manchmal, wie im Falle dieses Buches gar nicht schlecht, da es im besten Fall inspirierend ist und auch eine gewisse Offenheit zum weiterspekulieren zulässt.