Über Leopold Federmair

Leopold Federmair

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Name: Leopold Federmair
Sprache: Deutsch
Stadt: Hiroshima
Land: JPN

Bücher: 14

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Elementarteilchen

Houellebecq, Michel

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[ Buchtipp von Leopold Federmair ] Elementarteilchen, der zweite Roman von Michel Houellebecq, erstaunte mich 1999 durch die stringente Entfaltung eines Erzählkosmos und die Ungezwungenheit, mit der der Autor von seiner Gegenwartsdiagnose zu einer fiktionalen Zukunftsprognose vorstieß. Ich halte das Buch für einen der substantiellsten und schmerzhaftesten Romane der Jahrhundertwende, der in einer Zeit angeblicher Tabulosigkeit die neu entstandenen Tabus angriff: die Unmenschlichkeit, die mit dem neuen Hedonismus, die Zerstörung familiärer Bindungsgefüge, die geschlechtlichen Nöte, die zahllose Menschen in den spätmodernen Gesellschaften plagen, die Verlockungen der Gentechnik und der Visionen von einem neuen Menschen. Houellebecqs Roman ist die Parallelerzählung von zwei Halbbrüdern, von denen der eine, Molekularbiologe, in einer Art von geschlechtslosem Seelenfrieden vegetiert, während der andere ein mit sich und der Welt ringender Versager (von Beruf Gymnasiallehrer) ist. Houellebecq versteht es, neuartige, schräge, schwer definierbare Beziehungen und Befremdungen darzustellen. Es gibt bei ihm nicht mehr die alten, bequem faßlichen Paare wie Quijote und Sancho, Dick und Doof. Besonders beeindruckend fand ich die Szene, in der Bruno die Vulva seiner schlafenden Mutter betrachtet. Das ist die eigentliche, zeitgemäße Fortschreibung von Courbets Ursprung der Welt.

[ Info ] Houellebecq, Michel: Elementarteilchen. DuMont, Köln 1999 .


Dieses Buch ist ...

Genre: Roman
Stichworte: erschreckend, gewagt
Stil: ernsthaft, satirisch
Empfohlen für: Reiselektüre, Bettlektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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Kommentare Chronologie wechseln

Margit Strobl

[ 26.02.06 - 11:23 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] Seit Donnerstag im Kino: www.elementarteilchen.film.de


Margit Strobl

[ 25.02.06 - 21:29 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] Dieses Buch mußte zum Bestseller avancieren, es ist quasi die logische Konsequenz der Sinnentleerung unserer Zeit. In "Die Möglichkeit einer Insel" entwickelt Houllebeque seine Gedanken weiter und antizipiert darin die künftige Entwicklung, welche mitteleuropäische und amerikanische Jugendliche bereits durchgemacht haben; also doch keine Antizipation. Ich finde diese Rezension sehr ansprechend, danke.


Patrizia Diane B.S.

[ 28.12.05 - 08:13 ] [ Kommentar von Patrizia Diane B.S. ] Darf man Kritik sagen? Ich fand dieses Buch fürchterlich, aber vielleicht ich habe dieses Buch nicht verstanden. Ich konnte nicht zu Ende lesen und ich konnte nicht verstehen, warum so viele Leute feiern diese Autor. Trotzdem Danke fürs Vorstellen!


gingerbox

[ 07.07.05 - 23:32 ] [ Kommentar von gingerbox ] ich musste grade ein wenig lächeln, weil Ihr beitrag nach courbet so abrupt endet und für mich das nachdenken über MH da gerade beginnt. aber ich will hier nicht wieder die feministinnen-karte gezogen haben. statt dessen erzähle ich lieber, wie absurd ich es fand, als christiane sich nach dem ersten orgasmus, den bruno ihr verschafft, bei ihm bedankt. damals fand ich das witzig, aber da war ich ja auch noch ein paar jahre jünger. am vorsatzblatt meiner ausgabe habe ich übrigens ein interview-zitat von MH notiert: „ich war immer gleichzeitig sentimental und pornografisch in der liebe.“ daneben habe ich geschrieben: als wär's schwer, das zu sein.






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