Über Klaus Zeyringer
- Leserprofil
Name: Klaus Zeyringer
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 15
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[ Buchtipp von Klaus Zeyringer ] Alle gesellschaftlichen Bereiche funktionieren nach sozialen Regeln, auch jene, die sich als höhere Sphären davon ausnehmen wollen. Sieht Schiller der Menschheit Würde in der Künstler Hände gelegt, so führt Pierre Bourdieu vor Augen, dass der Kunstbetrieb nichts anderes als ein Kampf um Etablierung und symbolisches Kapital ist. Die Regeln der Kunst erscheinen in Bourdieus erhellender, freilich komplexer Analyse nicht als ästhetische, sondern jedenfalls als soziale Kriterien.
Für zukünftige Betrachtungen des Kunstbetriebes, der sich gern als Wahrer der Kultur und Oberhort der Demokratie ausstellt, mag dieser Ansatz erkenntnisfördernd sein: Für die Analyse ist es notwendig, einen Diskurs der Lobpreisung aufzugeben, der sich als Akt der Re-Kreation versteht. Im sozialen Spiel der illusio sind er und die von ihm mitgetragene Anerkennung der kulturellen Produktion Teil ebendieser Produktion: Bedingungen der sozialen Erschaffung des Schöpfers als Fetisch. Den Wert des Werkes bringt nicht der Künstler hervor, sondern die Glaubensgemeinschaft, die wechselseitig Kultur-Habitus und künstlerisches Feld legitimiert. Kunst ist nicht ästhetisch definiert, sondern selbstreferentiell.
[ Info ] Bourdieu, Pierre: Die Regeln der Kunst (franz.: Les règles de lart. Genèse et structure du champ littéraire).
Suhrkamp,
Frankfurt 2001
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Genre: Anderes
Stichworte: beispielhaft, blitzgescheit, interessant
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken
Sprachen (Buchtipp): Deutsch