Über Angelika Reitzer
- Leserprofil
Name: Angelika Reitzer
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 34
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[ Buchtipp von Angelika Reitzer ] Max Brecher lebt wie alle anderen im Büro, er trägt »weiße Gamaschen und die Hosen tipptopp gebügelt«, er verfertigt Parolen und Prospekte in einem Berliner Medienkonzern, wird mehr und mehr an den Rand gedrängt, steuert auf sein Fiasko zu. Die Geschichte spielt in den 1930er Jahren, ist dabei zeitlos & unzeitgemäß gleichzeitig. Herrschen nicht in den Büros gut 70 Jahre später ähnliche Machtstrukturen, Träume und Ängste?
Soziale Stadttopografie, präzise Charakterstudien, sprachlich meisterhafte Monologe: die Handlung ist nicht linear nacherzählbar, der Roman führt sein notwendiges Eigenleben, das mitunter »nerven« kann (von manchen Lesern als erzählerisch undiszipliniert empfunden); aber: brillant, exakt & mit (bitterem) Humor wird aufgezeigt, wie das falsche Leben funktioniert und wirkt. »Die eine Organisation entlässt, die andere empfängt, aus der Arbeitskraft wird ein Fahrgast oder Fußgänger. Diesen wiederum öffnen sich Kinos und Restaurants und jedes Stadium fordert seinen Tribut.« Vom Büro-Zentrum ausgehend, das mit einem (man möchte sage: illustren) Personal ausgestattet ist (es sind aber, ähem: Menschen wie du & ich, jene Verbliebenen in der Angestelltennormalität), ist der Roman auch ein Text über die prekären Arbeitsverhältnisse von heute, mit den schwierigen Reaktionen auf »Effizienzfrömmigkeit und Rationalisierungsutopien«.
[ Info ] Kessel, Martin: Herrn Brechers Fiasko.
Schöffling & Co,
Frankfurt am Main 2001
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Genre: Roman
Stichworte: blitzgescheit
Stil: satirisch
Empfohlen für: Reiselektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch