Über Michael Stavaric
- Leserprofil
Name: Michael Stavaric
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 14
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[ Buchtipp von Michael Stavaric ] „Wie ein Erdbeben sei der Tod der Mutter gewesen, hatte ein Freund gesagt, das kommt und nicht mehr aufhört. Ich erzählte es dem Bruder. Bis zur Tür hatten wir unsere Mutter begleitet. Sie war durch die Tür gegangen. Dabei hatten wir die Tür gar nicht aufgehen sehen. Wir waren an der Tür zurückgeblieben. Darüber sprachen wir. Über das Leben. Wie es kam, wie es ging, wie es nicht wiederkam. Wie wir dastehn und fortgehn.“
Mors ultima linea rerum, der Tod steht am Ende aller Dinge, behauptete einst ein alter Philosoph. Jürg Amann macht sich in seinem grandiosen Buch „Mutter töten“ daran, diese Grenze zu überschreiten, mit leisen, gewichtigen Schritten rollt er das Thema in vier miteinander verknüpften Erzählungen auf, überzeugt durch die Klarheit seiner Sprache, die emotional ist, ohne rührselig zu wirken, die einnimmt, ohne sich aufzudrängen. Der Autor hält Balance, gewiss ein schwieriges, aber höchst gelungenes Unterfangen. Beeindruckend ist nicht zuletzt die vierte Erzählung, das Requiem für die Mutter, in der die Quintessenz des Buches zu finden ist.
Der Tod der Mutter ist vielleicht die größte Zäsur einer menschlichen Existenz – wenn am Ende nur Erinnerung bleibt, die Erinnerung an den eigenen Ursprung, wenn man darüber nachzudenken beginnt, was man verabsäumt hat, was man hätte aussprechen müssen und worüber man gern geschwiegen hätte. Pflichtlektüre!
[ Info ] Amann, Jürg: Mutter töten.
Haymon,
Genre: Roman
Stichworte: beeindruckend
Sprachen (Buchtipp): Deutsch