Über Michael Stavaric
- Leserprofil
Name: Michael Stavaric
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 14
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[ Buchtipp von Michael Stavaric ] Der Dichter Jiri Grusa hat in seinem Leben viele bemerkenswerte Bücher und Texte verfasst, neben Schlüsselromanen wie „Der 16. Fragebogen“ und essaystischen Meilensteinen a la „Gebrauchsanweisung für Tschechien“, erinnert er vor allem in seinen Gedichtbänden (etwa „Im Babylonwald“) eindrucksvoll an die Zeit des politischen Umbruchs in der ehemaligen Tschechoslowakei, an eine Zeit des poetischen Aufbruchs, dessen Ausgang lange Zeit ungewiss. Auch sein schmaler, ungleich gehaltvoller Gedichtzyklus "Wandersteine" (aus dem Jahr 1994) ist in diesem Umfeld angesiedelt. Jiri Grusas Sprache ist verknappt, ernst, zugleich schelmisch, wenn er etwa Verse notiert wie „Wir heizten mit strohhüten und kleidern der tanten“ oder „GUTEN TAG sagten wir zu den tagen, GUTEN TAG SCHWESTERN, weil sie so weiblich so schwanzlos, GUTEN TAG BACKPFERDE.“
Jiri Grusa hat ein zutiefst persönliches Werk vorgelegt, seine Biographie findet sich in den konzentrierten Versen wieder – wenn er vom Verlust seines Sohnes schreibt oder dem Verlust seiner Sprache, gewährt er Einblick in die Wirren der Zeit, verdeutlicht die Unmenschlichkeit eines totalitären Systems, der er scheinbar machtlose Zeilen entgegenhält, als könnte ein Individuum allein den Fortlauf der Geschichte verändern, „Wir konnten kotzen wann immer uns lieb, am liebsten unter den schwalben alleine“.
„Erde luft und meer und leuchter, wer sie richtig mischt, bekommt die welten, und ist er ein falke, darf er sich üben im sturz, um wieder zu landen in den nestern.“ Jiri Grusa hat die Geschichte verändert.
[ Info ] Grusa, Jiri: Wandersteine.
DVA,
Genre: Lyrik
Stichworte: beeindruckend
Sprachen (Buchtipp): Deutsch