Über Leopold Federmair
- Leserprofil
Name: Leopold Federmair
Sprache: Deutsch
Stadt: Hiroshima
Land: JPN
Bücher: 14
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[ Buchtipp von Leopold Federmair ] Call me Ishmael, mit diesem lakonischen, ein wenig zweideutigen Satz beginnt ein Buch, das man guten Gewissens als great american novel bezeichnen kann: "Moby-Dick". Groß ist der Roman, umfangreich, ein nicht unbedingt leicht zu verdauender Brocken mit all seinen Abschweifungen, Wortkunden, cetologischen Traktaten. Zwar auch ein Abenteuerroman, wie sie im 19. Jahrhundert zuhauf geschrieben wurden; mich erinnert er besonders an Jules Vernes "20.000 Meilen unter dem Meer", ein Buch, das auf ähnlich waghalsige Weise die Gestade der Literatur, des Wissens und der Weltmeere durchquert. "Moby-Dick" ist nicht zuletzt eine Allegorie auf Amerika, mit der multikulturellen Zusammensetzung seiner Mannschaft, dem kommerziellen Streben (die Walfangindustrie war damals die größte der Vereinigten Staaten), dem religiösen Hintergrund, der protestantischen Ethik, der gefährlichen Neigung zu eschatologischer Weltsicht. Die Achse des Bösen fordert die Achse des Guten heraus... Nur daß man bei Melville nie ganz genau weiß, wie die ethischen Positionen verteilt sind. Ahab, der Kapitän der Pequod, ist ein obsessiver Tyrann, dessen Jagd auf den weißen Wal zu einem Absolutum wird. Der Wal aber, was mag er symbolisieren? Das Nichts, den Tod oder die Klugheit des Ganzen, der Natur? Melville gibt keine Antworten, er stellt tiefgreifende Fragen und gewährt eine aufregende Lektüre, die einen aktiven Leser verlangt.
[ Info ] Melville, Herman : Moby-Dick oder Der Wal.
Übersetzung Matthias Jendis.
Carl Hanser,
München 2001
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ISBN: 3-446-20079-7.
Genre: Roman
Stichworte: gewagt, ungewöhnlich, gründlich
Stil: satirisch, lehrreich, spannend
Sprachen (Buchtipp): Deutsch