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[ Buchtipp von Gregor Hinker ] Warum schreibt heute niemand mehr Welterklärungsbücher (Tschuldigung Herr Schrott)? Dieses ist eines der letzten einer glorreichen Serie, heute sind wir alle von der Kompliziertheit der Welt so erschlagen, dass wir sie, nachdem sorgfältig quantisiert, immer noch für zu aspekte- und facettenreich halten, um irgendeine Aussage treffen zu können.
Dabei lassen sich anhand der Vita dieses einzigen "vom Schicksal so furchtbar heimgesuchten" Adrian Leverkühn die abendländische Musikgeschichte, die deutsche Sozial- wie Geistesgeschichte, Kaiserreich und Nationalsozialismus, das Künstlerthum, Schwingung und Interferenz, was es mit der Gottfürchtigkeit Amerikas auf sich hat und alles andere auch, darstellen.
Einziger Wehrmutstropfen: man weiß nicht, ob man jemals in den Zustand kommen wird (bzw. überhaupt will), es auch nur annähernd zu begreifen.
[der erste Satz]
Mit aller Bestimmtheit will ich versichern, daß es keineswegs aus dem Wunsche geschieht, meine Person in den Vordergrund zu schieben, wenn ich diesen Mitteilungen über das Leben des Adrian Leverkühn, dieser ersten und gewiß sehr vorläufigen Biographie des teuren, vom Schicksal so furchtbar heimgesuchten, erhobenen und gestürzten Mannes und genialen Musikers einige Worte über mich selbst und meine Bewandtnisse vorausschicke.
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[ Info ] Mann, Thomas: Doktor Faustus.
Fischer TB,
Frankfurt/Main 1990
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ISBN: 3-596-29428-2.
Genre: Roman
Stichworte: meisterhaft
Stil: spannend
Sprachen (Buchtipp): Deutsch