[ Buchtipp von Anne Zauner ] Der Horla ist eine 1886 verfasste Kurzgeschichte von Guy de Maupassant, die einen auf knapp 40 Seiten das Fürchten lehrt. In Tagebuchform erzählt der französiche Autor darin von Besessenheit, die sich zum Wahnsinn steigert.
Ein junger Mann, der Tagebuchschreiber, verfällt einem Wesen, das er den Horla nennt. Eines Tages ist es in seinem Kopf, schicksalhaft, um ihn zu bedrängen und zu quälen. Es trinkt des Nachts sein Wasser, verschmäht aber die Erdbeeren. Es belauscht seine geheimsten Gedanken und bespitzelt argwöhnisch die Schritte seines Wirts - immer da und doch nie greifbar.
So verwandelt sich der Erzähler, der zuvor das Leben eines betuchten Schöngeists und kultivierten Müßiggängers aus Leidenschaft geführt hat, allmählich in eine misstrauische, gehetzte Kreatur. Zweimal wagt er die Flucht. Zweimal gelingt es ihm, seinen Peiniger in fremder Umgebung und unter Menschen abzuschütteln. Hoffnung keimt auf. Doch fern von seiner Angst vergisst er, was war.
Er kehrt wieder in sein Landhaus zurück. Dort springt ihn sein Dämon grinsend an, um ihn tiefer denn je in den Abgrund zu stürzen. Der Horla durchdringt jede Faser seines Seins. Noch windet der Schöngeist sich, noch wehrt er sich gegen den übermächtigen Geist ... doch er fühlt seine Kräfte schwinden und mit schrecklicher Konsequenz beginnt er im Tod den einzigen Ausweg zu sehen, ihn je wieder los zu werden ...
[ Info ] Maupassant, Guy de: Der Horla.
Reclam,
1986
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ISBN: 3150067952.
Genre: Erzählende Prosa
Stichworte: erschreckend, meisterhaft
Stil: ernsthaft, spannend
Empfohlen für: Sprachgenuss, Bettlektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch