Über Roland Innerhofer
- Leserprofil
Name: Roland Innerhofer
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 5
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[ Buchtipp von Roland Innerhofer ] Dinge zu beseelen und anzubeten, das wird seit dem 19. Jahrhundert in der europäischen Kulturkritik, bei Marx und später bei Freud als Fetischismus gegeißelt - als etwas Ungehöriges, das man im Namen der Vernunft abschaffen oder heilen sollte. Die Ironie der Geschichte liegt darin, dass der Kampf gegen den Fetischismus fortwährend neue Fetische erzeugt. In der Sexualität, in der Politik, in der Wissenschaft, in der Literatur, in den Medien, in der Mode, in der Warenwelt: Überall tauchen die überwunden geglaubten Fetische auf und vermehren sich. Hartmut Böhme plädiert für die Daseinsberechtigung des Fetischismus. Das Leben und die Macht, mit denen wir die Dinge ausstatten, sind nicht Ergebnis einer krankhaften Perversion, sondern beruhen auf der Einsicht, dass wir nicht nur Dinge herstellen oder auf sie stoßen, sondern dass die Beschaffenheit der Dinge, mit denen wir umgehen, uns auch formt und prägt.
Böhmes instruktives Buch macht deutlich, dass sich die Moderne nicht aus einer Überwindung des Fetischismus, sondern im Gegenteil aus der Liebe zu den Gegenständen und zu den Einzelheiten, aus der Sammelwut und aus dem Gaudium pleni, der Lust an der Vollzähligkeit der Dinge speist. Was sonst von der Theorie oft herablassend behandelt wird, populäre Phänomene vom Star- bis zum Schlankheitskult, betrachtet Böhme mit kritischer Aufgeschlossenheit. Das Ergebnis ist kein Kultbuch, kein weiterer Fetisch, sondern eine erhellende Lektüre.
[ Info ] Böhme, Hartmut: Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne.
Rowohlt,
Frankfurt 2006
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ISBN: 3499556774.
Genre: Wissenschaftliche Abhandlung
Stichworte: interessant
Stil: gut verständlich, spannend
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken
Sprachen (Buchtipp): Deutsch