Über Barbara Basting

Barbara Basting

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Name: Barbara Basting
Sprache: Deutsch
Stadt: Zürich
Land: CHE

Bücher: 37

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Bilder trotz allem

Didi-Huberman, Georges

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[ Buchtipp von Barbara Basting ] Was fürs Privatleben gilt, gilt erst recht für die kollektive Erinnerungsprozesse: Bilder helfen bei der Konstruktion von Geschichte und Geschichten. Aber sie sind erstens nicht immer verlässliche Zeugen, und zweitens gibt es nicht von allem Bilder, was erinnerungswürdig wäre. Eine der grossen Debatten zu diesem Thema hat sich 2001 in Frankreich abgespielt. Auslöser war die Ausstellung „Mémoire des camps". Sie zeigte Bilder von den Vernichtungslagern der Nazis, darunter viele bekannte Dokumentationen. Vier Bilder aber, die durch den polnischen Widerstand auf die Nachwelt kamen und die, wie die Bildausschnitte beweisen, heimlich und hastig entstanden sein müssen - sie zeigen, wie Leichen vergaster Frauen im Freien verbrannt werden -, hatten im Katalog eine prominente Stellung inne; der französische Kunsthistoriker und Kulturanalytiker Georges Didi-Huberman arbeitete in einem Katalogbeitrag ihren besonderen Stellenwert dieser Bilder heraus: Sie belegten die Verbrechen (angesichts der immer wieder prominent auftretenden Holocaust-Leugner), sie bewiesen auch das Vertrauen der Häftlinge, die sie machen konnten, in Bilder als Indizien einer künftigen Anklage. Didi-Hubermans Beitrag „Images malgré tout“ – Bilder trotz allem – provozierte heftige Reaktionen. „Auschwitz“ wurde dabei zur Chiffre für einmalige, unvordenkliche Verbrechen, in deren Einmaligkeit der Prüfstein für die Legitimität von Bildern als Quellen der historischen Erinnerung lag. Didi-Hubermans heftige Replik, 2003 zusammen mit einem Abdruck des ursprünglichen Textes in Buchform erschienen, begründete, warum man solche Bilder nicht in den Giftschrank sperren soll. Allerdings spielt es sehr wohl eine Rolle, wie mit solchen besonderen Bildern, aber auch mit Bildern überhaupt umgegangen wird. Daher entfaltet Didi-Huberman im brillanten zweiten Teil des Buches – „Malgré l’image toute“, „Trotzdem kein Bild des Ganzen“ – eine so subtile wie raffinierte Bildtheorie. Er stellt Bilder in den umfassenden Kontext eines Nachdenkens über Bild-Text-Verhältnisse; dazu gehört auch die geschichtsphilosophische Reflexion über den Prozess der Entstehung und Nutzung von Archiven sowie über Erinnerungsprozesse.
Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Begriff der Montage zu. Mit der nun von Peter Geimer übersetzten Buch liegt einer der wichtigsten und anregendsten Beiträge der letzten Jahre zur kultur- und medientheoretischen Auseinandersetzung mit Bildern in unserer Gesellschaft nun auf deutsch vor.

[ Info ] Didi-Huberman, Georges: Bilder trotz allem. Wilhelm Fink, München 2007 . ISBN: 9783770540204.


Dieses Buch ist ...

Genre: Essay
Stichworte: Fotografien, subtil, politisch bedeutsam, Konzentrationslager, inspirierend., Holocaust, engagiert, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Forschung, ungewöhnlich
Empfohlen für: Lehrstück
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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