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Barbara Basting

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Name: Barbara Basting
Sprache: Deutsch
Stadt: Zürich
Land: CHE

Bücher: 37

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Tagebücher

Woolf, Virginia

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[ Buchtipp von Barbara Basting ] Schon 1989 sind sie in der Hogarth Press auf Englisch erschienen, nun liegt endlich auch eine höchst gelungene deutsche Übersetzung der Briefe von Virginia Woolf ins Deutsche vor. Sie gehört zur vom Frankfurter Anglisten Klaus Reichert betreuten Neuausgabe von Woolfs Schriften. Das Bild der Schriftstellerin, Intellektuellen und Verlegerin (die Hogarth Press gründeten sie und ihr Mann Leonard Woolf verändert sich durch die Publikation zwar nicht wesentlich. Denn bereits ihre Biografen - jüngst vor allem Hermione Lee - konnten die Briefe als Material verwenden. Dafür sieht man jetzt umso besser, wie wichtig diese Briefe für ihre Biografen gewesen sein mussten: Man erlebt eine zwar phasenweise kranke, depressive Woolf die von Schicksalsschlägen heimgesucht wird. Aber man erlebt auch eine Frau, die weit lebenslustiger ist, als man das auf Grund ihres Freitods vermuten würde. Sicher, als früh der Bruder Thoby und später gute Freunde und Vertraute sterben, darunter ihr Lieblingsneffe Julian Bell, sind das harte Schläge.

Vor allem die Briefe aus ihren früheren Jahren lesen sich aber schon allein deswegen mit Vergnügen, weil Woolf sich in einem so grossen wie brillanten Freundes- und Bekanntenkreis bewegt. Am witzigsten sind die Briefe an die Schwester Vanessa, lebenslang die bevorzugte Adressatin, bei der Virginia auch am wenigsten Hemmungen hat, ihren Spass an Klatsch und Tratsch auszuleben. Aber auch die Freunde aus dem Bloomsbury-Zirkel, vor allem der von Woolf geliebte Kunsthistoriker Roger Fry, oder die Gespielinnen, namentlich Vita Sackville-West, sind oft Empfänger funkelnder Stücke.

Neben Einblicken in Woolfs Alltag, Berichten über Reisen, klaren Urteilen zur Literatur («Proust, der weitaus grösste Romancier») aus der Feder der fleissigen Rezensentin, die Woolf neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit auch noch war, kristallisiert sich aus diesen Briefen eine Poetik ihres eigenen Schreibens heraus. «Wie kann man Dialoge gewichten und schärfen, bis jeder Satz seinen Weg entlangsirrt wie eine Harpune und sich mit den Kieselsteinen am Grund der Seele des Lesers rauft?», heisst es einmal, und ein andermal: «Eine Erzählung sollte so gerade und elastisch sein wie die Leine, die du zwischen Birnbäume spannst und an der deine Wäsche zum Trocknen hängt.»

Neben Woolfs bildstarker Sprache macht auch ihr wunderbar sarkastischer Humor die Lektüre höchst lohnend. Auch hier bietet vor allem der erste Band ein Feuerwerk; der zweite fällt etwas ab, wohl auch, weil die Autorin weniger unbeschwert ist. Abgesehen davon kann man als Zaungast nur neidisch sein auf Woolfs einstige Briefempfänger.

[ Info ] Woolf, Virginia: Tagebücher. S. Fischer, Frankfurt/Main 2006 .


Dieses Buch ist ...

Genre: Biographie, Erinnerungen
Stichworte: ungewöhnlich
Stil: spannend
Empfohlen für: Lehrstück
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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