Über Karin Harrasser
- Leserprofil
Name: Karin Harrasser
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 7
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[ Buchtipp von Karin Harrasser ] Es ist eine Binsenweisheit, dass sich Wissen immer erst an seinen Grenzen zeigt. Aber diese Binsenweisheit gilt es in Zeiten von Schwanitz, neuer Bürgerlichkeit und Co. zu unterstreichen. Kathrin Passig und Aleks Scholz haben in ihrem Buch wunderliche Fälle des Unwissens zusammengetragen. Sie haben in erster Linie Felder gewählt, von denen man spontan glauben würde, sie seien längst systematisch durchpflügt und erforscht. Was dann bei ihrer Behandlung von scheinbar einfachen Fragen wie "Warum schlafen wir eigentlich?" zu Tage tritt, sind jedoch nicht nur Wissenslücken sondern Einblicke in die Gebasteltheit von wissenschaftlicher Erkenntnis, in die Armut vieler Methoden (man hat tatsächlich jungen Katzen bei lebendigem Leib die Hälse durchlöchert um herauszufinden, wie sie schnurren), die Schwierigkeiten, Beobachtungen zu verallgemeinern etc. Insofern ist das Buch auch ein schöner Einstieg in das, was Pickering "the mangle of practice" in der Forschung nennt.
[ Lieblingszitat ] Stellt man sich den Erkenntnisstand der Menschheit als eine große Landkarte vor, so bildet das gesammelte Wissen die Landmassen dieser imaginären Welt. Das Unwissen verbirgt sich in den Meeren und Seen. Aufgabe der Wissenschaft ist es, die nassen Stellen auf der Landkarte zurückzudrängen. Das ist nicht einfach, manchmal tauchen an Stellen, die man schon lange trockengelegt glaubte, wieder neue Pfützen auf.
[ Info ] Passig, Katrin: Lexikon des Unwissens.
Worauf es bisher keine Antwort gibt.
Aleks Scholz.
rowohlt,
Berlin, 2007
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ISBN: 9783871345692.
Genre: Populärwissenschaftliches Sachbuch
Stichworte: Tausendfüßler, Amerikaner, Aaale, schnurren, Schlaf, Unwissen, Enzyklopädie, Lexikon, Horizont des Wissens
Sprachen (Buchtipp): Deutsch
[ 08.01.08 - 23:45 ] [ Kommentar von Karin Harrasser ] ... das auf readme auch schon mal getippt wurde, wenns jemanden genauer interessiert: www.readme.cc/index.php
[ 08.01.08 - 14:59 ] [ Kommentar von Paul Clement ] Das Lexikon des Unwissens hat einen opulenten Vorläufer - Flauberts "Universallexikon der menschlichen Dummheit". Dass Flaubert vor hundertvierzig Jahren sein Sottisier als zweiten Teil seines Romans "Bouvard und Pecuchet" andachte, zeigt seine Aktualität, weist aber auch auf eine wichtige historische Spur hin: die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts, die bis heute wesentlich die Verfasstheit unserer Wissensgesellschaft prägt.