Über Karin S. Wozonig

Karin S. Wozonig

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Name: Karin S. Wozonig
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT

Bücher: 34

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Aus dem Leben eines Taugenichts

Eichendorff, Joseph Karl Benedikt Freiherr von

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[ Buchtipp von Karin S. Wozonig ] Das ist ein luftiger Text. In der 1826 veröffentlichten Erzählung wird viel in die Luft geworfen und gehüpft, auf Bäumen und anderen erhöhten Punkten gesessen und in die Wolken geschaut. Die Vöglein im Walde und die ziehenden Kraniche stellen das freie, von aller bürgerlichen Verpflichtung abgelöste Ideal dar, das sich der Taugenichts, namenloser Held und Sympathieträger des Texts, zu erschweifen hofft. Ohne die bürgerliche Realität abschätzig zu betrachten, sucht der Taugenichts nach einem erfüllten Leben ohne Nützlichkeit, pflanzt lieber Blumen als Kartoffel in seinem Garten und spielt die Geige recht artig, nicht um sich damit das dringend nötige Abendessen zu verdienen, sondern weil es ihn freut, die Dorfjugend tanzen zu sehen.

Was Betty Paoli den „Utilitariern“ ein paar Jahre später ins Stammbuch schreibt, das könnte auch der Taugenichts gesagt haben: „Was schmäht Ihr uns, die wir die Welt nicht achten, / Und unberührt von ihrem Thun und Trachten / In unserm Herzen uns’re Welt erbau’n? / Was soll der Hohn, die feindliche Geberde? / Wir überlassen neidlos Euch die Erde - / O laßt uns nach dem Himmel schau’n!“ Die eifrig klappernde Mühle des Vaters und seine Tätigkeit als Einnehmer sind dem Taugenichts zu geschäftig, das ziel- und zwecklose Herumstreifen der Adeligen in Verkleidung, die sich damit vergnügen, ein Tableau aus einer E.T.A.-Hoffmann-Erzählung zu einem Tableau vivant zu machen, gefällt ihm besser. Wenn ihm einer seiner Mitmenschen unheimlich wird, was ziemlich oft der Fall ist, dann nimmt der Taugenichts die Beine in die Hand und sucht das Weite. Das fällt ihm leicht, denn so richtig zuhause ist er in der Welt ohnedies nicht.

Der Taugenichts ist kein Rebell und kein hoffnungsloser Träumer, er ist einer, der die zerstörerischen Tendenzen des bürgerlichen Nützlichkeitsdenkens intuitiv erfasst hat und sich aus Selbstschutz ausklinkt, ein Aussteiger, der romantikkonform nach Italien wandert. Mit seinem Herzen ist er aber an einer schönen Frau in Wien hängen geblieben. Zu ihr kehrt er letzten Endes zurück. Der adelige Herr Leonhard, der Gönner des Taugenichts, gibt den beiden den guten Rat: „liebt euch wie die Kaninchen und seid glücklich“, und auch das Ende der Erzählung sei verraten: „- und es war alles, alles gut!“

[ Lieblingszitat ] Die Liebe – darüber sind nun alle Gelehrten einig – ist eine der couragiösesten Eigenschaften des menschlichen Herzens, die Bastionen von Rang und Stand schmettert sie mit einem Feuerblicke darnieder, die Welt ist ihr zu eng und die Ewigkeit zu kurz. Ja, sie ist eigentlich ein Poetenmantel, den jeder Phantast einmal in der kalten Welt umnimmt, um nach Arkadien auszuwandern.

[ Info ] Eichendorff, Joseph Karl Benedikt Freiherr von: Aus dem Leben eines Taugenichts. Reclam, Ditzingen, 1986, Erstausgabe 1826 .


Dieses Buch ist ...

Genre: Erzählende Prosa
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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Über Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

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