Über Dieter Sperl

Dieter Sperl

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Name: Dieter Sperl
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT

Bücher: 17

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Das Kainsmal

Roman

Palahniuk, Chuck

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[ Buchtipp von Dieter Sperl ] Der ehemalige LKW-Mechaniker, Journalist und ehrenamtliche Mitarbeiter in Obdachlosenheimen und psychatrischen Anstalten Chuck Palahniuk hat erneut den Helden einer Subkultur zum geheimnisvollen Handlungsträger eines Romans gemacht. In seinem Roman-Debüt Fight Club boxten Männer gleichsam lebenserfrischend in den Kellern irgendwelcher Kneipen, pissten als Anarcho-Kellner verkleidet in Suppentöpfe der High Society und sprengten Wirtschaftsgebäude in die Luft, um der Sinnleere der Konsumgesellschaft zu entkommen. Es waren Brad Pitt und Edward Norton, die in David Finchers Verfilmung von Fight Club so herzerfrischend gegeneinander-miteinander boxten, dass sie damit auch Palahniuks literarisch-ökonomische Karriere zündeten.

Der Protagonist seines neuen Romans, Buster „Rant“ Casey, steckt schon als Jugendlicher seine Arme bis zum Anschlag in irgendwelche Behausungen von Tieren, nur um sich von diesen beißen zu lassen, denn er braucht das Gift von Spinnen, Schlangen oder Skorpionen, um seine Ängste abzubauen und das Leben vibrieren zu spüren. Von der Kleinstadt Middleton in Massachusetts flüchtet er in die nächst größere Stadt, schließt sich dort einer Gruppe von "party crashern" an, einer losen Clique junger Leute, die sich gegenseitig Verfolgungsjagden mit dem Auto liefern und dabei lebensgefährliche Unfälle verursachen. Das Kainsmal erzeugt in seiner Tradition oralen Erzählens einen kurzweiligen, schwungvollen und diskursiv sehr vielfältigen Augenzeugen-Fluss. Ehemalige Nachbarn und Freunde aus Kindertagen, ein Sheriff, ein Anthropologe, eine Sachbuchautorin, Autohändler mit ihrem NLP Fachwissen, ein Bauunternehmer, Stadtäte, Ermittler...sind die Erzähler in diesem Buch. Menschen, welche Buster Casey kennen oder lieben gelernt haben oder deren Leben er kurzfristig passiert und vielleicht auch längerfristig verändert hat. Buster „Rant“ Casey, der traurige mit revolutionärer Energie reichlich ausgestattete sentimentale Favorit dieser party-crasher-Subkultur, ist der große Abwesende im Roman, auf den sämtliche Erzähl-Teilchen einer nicht zusammen laufenden Geschichte verweisen. „Der Rant, von dem ich Ihnen erzähle, ist durch mein Gehirn verlaufen: gefiltert, gefärbt und verzerrt“, heißt es einmal. Doch der Anti-Held selbst ist keine Antwort auf gesellschaftliche Sinnleere und Depression, es sind dies wohl eher jene Fragestellungen, welche sich eventuell in den Zwischenräumen der miteinander kommuniziernden Diskurspartikel zu ergeben vermögen.

„Wie soll man weiterleben, wenn man merkt, das man mit jedem Atemzug, mit jedem Dollar, den man Steuern zahlt, mit jedem Kind, das man in die Welt setzt – das man mit alledem nur ein verbrecherisches System am Leben erhält? Wie lebt man mit dem Wissen, das man mit jeder einzelnen Zelle und jedem Blutstropfen Teil des Bösen ist“, fragt denn auch einmal Neddy Nelson, ebenso wie Rant Casey ein Party Crasher, der zuletzt in jenem Auto gesehen wurde, mit dem quasi der historische Casey verschwand, um als Legende, als Kult-Casey wieder zu kehren...

[ Info ] Palahniuk, Chuck: Das Kainsmal. Roman. Manhatten , München , 2007 . ISBN: 978-3-442-54632-9.


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Genre: Roman
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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