Über Rolf-Bernhard Essig
- Leserprofil
Name: Rolf-Bernhard Essig
Sprache: Deutsch
Stadt: Bimbamberg
Land: DEU
Bücher:
Gästebuch:
Verwandtschaften: 3
- Meine Interessen
Autor, Kritiker, Moderator, Dozent weiter lesen
Name: Rolf-Bernhard Essig
Sprache: Deutsch
Stadt: Bimbamberg
Land: DEU
Bücher:
Gästebuch:
Verwandtschaften: 3
Autor, Kritiker, Moderator, Dozent weiter lesen
Keine Resultate gefunden
Keine Resultate gefunden
![]()
[ Buchtipp von Rolf-Bernhard Essig ] Es beginnt sehr wilhelmmeistrig, denn gleich tauchen eine wunderliche Alte sowie eine Art Mignon auf. Die Begegnung mit dem Naturwesen Flämmchen und seiner naturnahen Begleitung führt Hermann, den Helden der Geschichte, in allerlei Verwicklungen. Gut expositorisch trifft er darauf im Gasthaus wichtigste Figuren des Romans – den Herzog und die Herzogin, die sich auf der Suche nach der unehelichen Nichte des Herzogs, Johanna, befinden. Ein früher Höhepunkt dann die Prügelei im Gasthaus zwischen Hermann, dem Gastwirtsehepaar, einem großen Hund und den Bedienten des Herzogs.
Exemplarisch sind fast alle Figuren, und alle belegen sie die herrschende Epigonalität, deren heute allein negative Bedeutung bei Immermann nicht gilt. Er sieht seine Epoche als eine zwar nichtproduktive, nur erbende, deren gar nicht einfache Aufgabe es aber sei, möglichst viel Erbe den vielleicht produktiveren Nachkommen zu erhalten.
Der Roman beschäftigt sich als erster deutscher überhaupt ausführlich mit dem aufkommenden bürgerlich-industriellen Komplex (samt Girokonten, Umweltverschmutzung und krankmachenden Arbeitsbedingungen), der hier allerdings ebenso wie der Adel zugrundegeht. Ein ganzer Teil widmet sich den „Demagogenverfolgungen“, die kurioserweise ein auf dem Weg nach Griechenland bei einem Brauer (genauer seiner Tochter) hängengebliebener Philhellene und nuniger Spießbürger, ja Beamter par excellence leitet.
Mit wachem Kopf besehen: ein reiches, nach wie vor empfehlenswert aktuelles Buch, spannend verwickelt, doch klaren Sinns, dabei sprachlich immer angenehm.
[ Lieblingszitat ] „Traurig für mich, wenn ich in Deutschland etwas wollte“, erwiderte sein Freund. „Als ob in unsrer mit Dünsten geschwängerten Atmosphäre ein Entschluß nur entstehn, geschweige denn ausgeführt werden könnte. Aber eben, weil ich nichts mehr will, tauge ich auch nirgend mehr hin, als nach Deutschland.“
[ Info ] Immermann, Karl Leberecht: Die Epigonen. Familienmemoiren in neun Büchern. (original language: Deutsch) verschiedene, 1836 . ISBN: verschiedene.
Genre: Roman
Stichworte: Epigonalität, Epigonen, Familienroman, voller Wendungen, Geschichtenreichtum, Realismus, Vormärz, Bürgertum, 19. Jahrhundert
Sprachen (Buchtipp): Deutsch