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[ Buchtipp von Eva Umbauer ] Verrückt ist nicht eine Person, es ist ein Ort, an du dich begibst... - Sister Crazy ist eine junge Frau namens Jemima Weiss, kurz Jem genannt. Zusammen mit ihren drei Brüdern, ihrer jüngeren Schwester Harriett und ihren Eltern erlebt Jemima eine glückliche Kindheit in London und dann in Kanada, wo ihr Vater, ein etwas durchgeknallter Sportjournalist und Autor herkommt. Jemima, zu Beginn der 60er Jahre geboren, ist ein aufgewecktes, wenn auch leicht wunderliches Mädchen. Dass sie aber später, als die Geschwister ihre eigenen Wege gehen und die Eltern älter werden, nicht mit ihrem Leben als Erwachsene zurechtkommt, zeichnet sich so noch nicht ab.
Emma Richler wechselt hin und her zwischen dem fragilen, gegenwärtigen Leben der Jemima und dem ihrer glücklichen Vergangenheit. Trotz immer wieder recht verstörender Inhalte, ist Sister Crazy ein wunderschöner Roman über ein Mädchen, das nicht erwachsen werden kann, und stellenweise liest sich Sister Crazy fast auch wie ein Mädchenbuch, das Melancholie und Witz unter einen Hut bringt. Soo wie Emma Richler dem Mädchen eine Stimme gibt, kann es das Buch locker aufnehmen mit Literatur-Klassikern wie Die Glasglocke von Sylvia Plath oder J.D. Salingers Der Fänger im Roggen. In der Figut Jem Weiss lassen sich Parallelen erkennen zu Esther Greenwood aus Die Glasglocke und zu Holden Caulfield aus Der Fänger im Roggen. Außerdem erinnert Sister CRazy insgesamt ein wenig an The Virgin Suicides.
[ Info ] Richler, Emma: Sister Crazy.
DuMont,
Köln 2004
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Genre: Roman
Stichworte: ergreifend, meisterhaft
Stil: ernsthaft
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken
Sprachen (Buchtipp): Deutsch