Über Martin Prinz
- Leserprofil
Name: Martin Prinz
Sprache: Englisch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 4
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[ Buchtipp von Martin Prinz ] Ein Autor ohne Land, könnte man sagen, ist wie ein König ohne Kleider - in Wirklichkeit, in seiner Wirklichkeit, nicht einfach nur nackt, sondern erst gar nicht existent. Die Gefahr sich derart zu verlieren, mag John Steinbeck, der Romancier des Salinas-Valley (The Pastures of Heaven, To a God Unknown) nach den 1950ern gefühlt haben, Jahre, die er hauptsächlich in England und Frankreich verbracht hatte. „I´ve lost the flavour and taste and sound of it“, schreibt er 1960 einem Freund: „Soooo! I´m buying a pick-up truck with a small apartment on it, kind of like a cabin of a small boat ... . I´m going alone, out toward the West by the northern way but zigzagging through the Middle West and the mountain states. I´ll avoid cities, hit small towns and farms and ranches, sit in bars and hamburger stands and on Sunday go to church.“ Und so machte er es auch, nannte seinen Truck in Anlehnung an Cervantes Roscinante und fuhr mit seinem eigenwilligen und nicht wenig selbstbewussten französischen Königspudel Charley los, um zurück zu gewinnen, was ihm abhanden gekommen war: „...knowledge of my own country, of its speeches, its views, its attitudes and its changes. It´s overdue – very long.“ Entstanden ist auf dieser dreimonatigen Reise das Buch eines Amerika des Fast-Food, der Müllberge und der im Vergleich zu den 20er und 30er Jahren dramatisch verschwindenden Dialekte, wofür Steinbeck nicht zuletzt vierzig Jahre Radio und zwanzig Jahre Fernsehen verantwortlich macht. Ein Reisebuch, wie man es sich in der deutschsprachigen Literatur öfter wünschen würde, und ein nicht nur in seiner prognostischen Genauigkeit immer noch gegenwärtiges Buch.
[ Info ] Steinbeck, John : Travels with Charley in Search of America.
Penguin Modern Classics ,
2001
(Viking Press 1962).
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