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[ Buchtipp von Vina Yun ] Zwar ist Aya die namensgebende Heldin dieses französischen Erfolgscomics, das auf dem Comic-Festival Angoulême (dem wichtigsten europäischen Festival für Comics) als bestes Debüt prämiert wurde und bisher in der deutschsprachigen Übersetzung in zwei Bänden erschienen ist. Alllerdings tritt die selbstbewusste Figur der Aya vergleichsweise wenig in Erscheinung.
Vielmehr erzählt die von Autorin Marguerite Abouet geschriebene und vom Zeichner Clément Oubrerie in Bilder umgesetzte Story vom Alltagsleben im Arbeiterviertel Yopougon alias "Yop City" in der (ehemaligen) Hauptstadt Abidjan der Elfenbeinküste in den späten 1970er Jahren. Dabei unterschieden sich die Probleme von Aya, die ein Image als "Streberin" pflegt, und ihren übermütigen Freundinnen Adjoua und Bintou nicht wesentlich von denen anderer Teenager und junger Frauen in anderen Ländern: Stress mit dem Lover, ungewollte Schwanger- und Vaterschaften, Eltern, die ihre Töchter rechtzeitig unter die Haube bringen wollen und für ihre Kinder ganz eigene Karrierepläne schmieden.
Inspiriert wurde Abouet von ihrer eigenen Jugendgeschichte an der Cote d’Ivoire. Auf leichte und unterhaltsame Weise, die teilweise schon einen komödiantischen Comic-Strip-Ton anschlägt, thematisiert "Aya" soziale Gegensätze in einer urbanen afrikanischen Gesellschaft ohne exotisierende und stereotype Afrika-Bilder zu bemühen (auch wenn etwa die Kochrezepte im Story-Anhang "Ivorischer Bonus Track" doch ein wenig auf die Erwartungen eines europäisch-weißen Publikums schielen). Weitere Bände sind bereits in Arbeit, Teil 3 erscheint noch im Sommer 2008.
[ Info ] Abouet, Marguerite: Aya (Bd. 1 & Bd. 2).
(Sprache d. Buchs: Deutsch) Clément Oubrerie.
Carlsen Comics,
Hamburg, 2006/2007
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ISBN: 978-3-551-73712-0.