Über Rolf-Bernhard Essig
- Leserprofil
Name: Rolf-Bernhard Essig
Sprache: Deutsch
Stadt: Bimbamberg
Land: DEU
Bücher: 18
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[ Buchtipp von Rolf-Bernhard Essig ] Einen Roman in 22 Geschichten präsentiert die wunderbare Autorin Karla Schneider („Almut und Helene“, „Rückkehr nach Podgoritza“) mit „Kor, der Engel“, in dem sich mosaikartig das Leben einer Heldin aus Dresden vor den Augen der Leser entwickelt. Schon die erste Episode fasziniert durch die Evidenz der beschriebenen Situation. Es handelt sich nur um den regelmäßigen Einkauf, den Tochter und Mutter unternehmen. Wie deren Beziehung in wenigen typischen Situationen so plastisch wird, dass einen die mitempfundene Peinlichkeit geradezu zappeln lässt, begeistert. Dies Kindsein und -bleiben prägt die anderen Geschichten, selbst noch die späteren, wenn die Heldin mit eigenem Sohn und Tochter einer befreundeten wie begüterteren Familie den Urlaub verbringt.
Da spielt das Ausderweltfallen eine wichtige Rolle. Träume, Gedankenspiele, zuweilen sogar Wahn begegnen auf Schritt und Tritt. Dort überzeugt der Roman am meisten, wo die Kindergefühle übermächtig stark in bannende Worte gefasst sind, wo der Zauber, der Welt herrscht - durchaus nicht immer ein wohlwollender. Die Nähe des Mythischen, des Geheimnisses im Kindsein, die Neuigkeit von nahezu allem und die Fremdheit von allem verlässt einen bei den Geschichten vom Heranwachsen in der Nähe Dresdens nie. Nicht minder gelingt es Schneider, das Studentenleben oder das eines DDR-Urlaubs in Ungarn oder die Nach-DDR-Zeit lebendig werden zu lassen. Die Hypersensibilität, die Fähigkeit, sich zu wundern, die Verletzlichkeit des Kindes bleiben der Hauptfigur stets erhalten, sie bleibt Außenseiterin, Beobachterin, häufig dazu passiv, vielleicht sogar für die Außenwelt bockig erscheinend. Sie achtet das Kleine, die Natur, die Dinge in ihren Eigenschaften und Eigenheiten, sie verkauft sich nicht, selbst wenn sie Ungeliebtes tut. Feindseligkeit, besser Verteidigungsbereitschaft kennzeichnet sie, auch eine Ungezähmtheit und Widerborstigkeit, die dennoch nicht viel Aufhebens von sich macht, sondern innerlich bleibt.
[ Lieblingszitat ] „Eine große anthrazitfarbene Schlange fuhr gleitend aus dem Efeu, als würde sie an einem Faden gezogen. Als ich mich neugierig aufsetzte, fuhr sie in den Efeu zurück.“
[ Info ] Schneider, Karla: Kor, der Engel.
(Sprache d. Buchs: Deutsch)
Haffmans,
Zürich, 1992
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Genre: Roman
Stichworte: metaphernfroh, DDR, Sinnlichkeit, phantasievoll, Kindheit, ungewöhnlich, ergreifend, wunderbar
Sprachen (Buchtipp): Deutsch