Über Gudrun Schury
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Name: Gudrun Schury
Sprache: Deutsch
Stadt: Bamberg
Land: DEU
Bücher: 21
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Tucholsky, Kurt (Hg. von Peter Böthig)
Bild vergrößern[ Buchtipp von Gudrun Schury ] Als wir neulich im Kurt-Tucholsky-Museum in Schloss Rheinsberg waren, wurde mir klar, dass zu wenig von Tucholsky geredet wird. Er ist brav in unseren Köpfen als Klassiker abgespeichert, immer gut für ein freches Bonmot, ein kritisches Statement oder eine überraschende Einsicht. Ein Kalenderspruchdichter. Aber nicht nur die Zitate sind gnadenlos gut, die ganzen Bücher! Die mit den Gedichten, die mit den Romanen, die mit den Briefen, die mit den Feuilletons. Wie hellsichtig der Kerl doch war! Benn und Brecht hielt er für die größten Dichter seiner Zeit, und nach einem Kinoabend mit „The Kid“ rief er Charlie Chaplin in einem Artikel zu: „Gott sei Dank, dass es dich gibt! Dein Herzblut hat dein Gehirn passiert - du fühlst mit dem Kopf und denkst mit dem Herzen! [...] du watscheltest durch den Saal, pfeifend, [...] mit dem kleinen Hütchen und dein Stöckchen schwingend. Und alle Würde und alles Teutschtum waren auf einmal zum Teufel. In deinen Filmen ist echteste Menschlichkeit und tiefste Logik des Herzens. Dich kennen mehr Menschen, als Goethe und Napoleon zusammen gekannt haben - fünf Weltteile haben dich gesehen, und gelacht haben sie alle. Du hast zwei linke Füße und das Herz auf dem rechten Fleck. Sei gegrüßt -!“
Wem die schöne, große Gesamtausgabe von Tucholskys Werken aus dem Rowohlt-Verlag zu umfangreich ist, dem empfehle ich zum Eingewöhnen das Taschenbuch „Jelängerjelieber“. Genau. Eben. Drum.
[ Lieblingszitat ] „Du schläfst bei mir. Da plötzlich in der / Nacht, du liebe Dame, / Bist du mit einem Laut mir jäh erwacht - / War das ein Name? // Ich horche. Und du sagst es noch einmal - / im Halbschlaf: 'Leo ...' / Bleib bei der Sache, Göttin meiner Wahl! / Ich heiße Theo. // Noch bin ich bei dir. Wenn die Stunde / naht, da wir uns trennen: / Vielleicht lernt dich dann ein Regierungs- / rat im Teeraum kennen. // Und gibst du seinen Armen nachts dich preis, / den stolzen Siegern: - / Dann flüstre einmal meinen Namen leis / und denk an Tigern.“
[ Info ] Tucholsky, Kurt: Jelängerjelieber.
Von der Liebe, den Frauen und anderen Entzückungen.
(Sprache d. Buchs: Deutsch) Hg. von Peter Böthig.
Rowohlt,
Reinbek, 1995
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ISBN: 3 499 13613 9.
Genre: Lyrik
Stichworte: Rheinsberg, Entzückungen, Frauen
Sprachen (Buchtipp): Deutsch