Über Antje Flemming

Antje Flemming

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Name: Antje Flemming
Sprache: Deutsch
Stadt: Hamburg
Land: DEU

Bücher: 41

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1983

Peace, David (Ins Deutsche übersetzt von Peter Torberg)

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[ Buchtipp von Antje Flemming ] Nein, dieser Name ist kein Versprechen: Die Kriminalromane des Briten David Peace sind nichts für zartbesaitete Seelen, sondern verbreiten die „totale Herzfinsternis“. „1974“, „1977“, „1980“ und „1983“, Peaces grandioses „Red Riding Quartet“, bei Liebeskind erschienen, definieren Vokabeln wie „gnadenlos“ und „brutal“ neu. Jeder Satz ist ein Schuss, jedes Kapitel lässt einen erneut um Atem ringen: In „1983“, dem höllischen Schlusspunkt seiner Tetralogie, führt der rauschhafte Schreiber Peace die Fäden der Handlung um den authentischen Fall des „Yorkshire Rippers“ zusammen und entlässt den Leser in ein thatchereskes Schlangennest. Protagonisten – lebendig, tot oder irgendwo dazwischen – aus den vorangegangenen Büchern tauchen wieder auf und durchwandern ihre höchstpersönlichen Purgatorien. Wieder ist in ein Mädchen ermordet worden. Die kleine Hazel Atkins reiht sich auf die Perlenschnur der seit 1969 Getöteten, und schnell steht ein Täter fest. Doch als der auf einmal in seiner Zelle hängt und das Morden andauert, braucht es Erklärungen.


In seinem virtuosen Tragödienspiel um Machtmissbrauch, Brutalität und Sex lässt Peace drei Männer, die mehr oder weniger große Portionen Dreck am Stecken haben, in einer Art immerwährenden „stream of consciousness“ zu Wort kommen: Chief Superintendent Maurice Jobson („ich“) ermittelte bereits in vorigen Fällen, der Callboy AF („er“) war „1974“ in das Geschehen verstrickt. Hinzu kommt John Piggott („du“), ein fetter Rechtsanwalt mit fatalem Hang zur Korruption. Dabei ist David Peace ein mephistophelischer Meister des Mantras. Er feuert assoziative Wortsalven ab und pulverisiert Wissen, Nichtwissen und Besser-niemals-gewusst-Haben zu einer soghaften Reise in die Schlünde der menschlichen Seele: „,Wie kannst du immer noch glauben, verdammt?’ brüllte ich. ,Nach allem, was du gesehen hast?’ ,Es ist wegen der Dinge, die ich nicht gesehen habe’, erwiderte er.“ Lesen Sie diesen Roman – aber bedenken Sie: Dantes Inferno war nichts als ein Kindergarten.

[ Lieblingszitat ] „Das ist für all die Dinge, zu denen du mich gezwungen hast, für all die Dinge, die du mich hast sehen lassen, für jeden Schwanz, den ich je gelutscht, und all die Nächte in denen ich nicht geschlafen habe, für die Stimmen in meinem Kopf und die Stille in der Nacht, für das Loch in meinem Schädel und die Wunden auf meinem Rücken, für die Wörter in meiner Brust, für den Jungen, der ich war, und die Jungen, die es sahen, Michael Myshkin und Jimmy Ash, den fetten John Piggott und seinen Bruder Pete, Leonard Marsh und seinen Dad Georg, für jeden kleinen Kerl, den du je gefickt, und all ihre Väter, die dir gern dabei zugeschaut haben, mit den Kameras in den Händen und ihren Schwänzen in meinem Arsch, für deine Zunge in meinem Mund und deine Lügen in meinen Ohren, loving you loving me, für seine Nägel in meinen Händen und deinen in meinem Kopf, für das Messer in meinem Herzen und dieses Messer in dir ..."

[ Info ] Peace, David: 1983. (Sprache d. Buchs: Englisch) Ins Deutsche übersetzt von Peter Torberg. Liebeskind Verlag, München, 2008 (2002). ISBN: 978-3-935890-52-6.


Dieses Buch ist ...

Genre: Roman
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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Kommentare Chronologie wechseln

André Pilz

[ 08.12.09 - 11:49 ] [ Kommentar von André Pilz ] Geniales Buch, auch der neue Tokio-Roman ist toll.






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