Über Angelika Reitzer

Angelika Reitzer

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Name: Angelika Reitzer
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT

Bücher: 34

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Mein Vater der Widder

Zigaina, Guiseppe (Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl)

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[ Buchtipp von Angelika Reitzer ] Nach „In die Lagune“ (2006) ist mittlerweile der zweite Erzählband des italienischen Künstlers Giuseppe Zigaina, einem wichtigen Vertreters der Moderne und mehrfachen Biennale-Teilnehmer, auf Deutsch erschienen: „Mein Vater, der Widder“ ist eine Sammlung heterogener Texte - dichte Kindheitsbilder des Künstlers (Jahrgang 1924) aus dem Karst, Wachträume und Traumsequenzen und komplex reflexive, annähernd essayistische, zumeist autobiografische Erzählungen. Die Kinder in der Malerei Zigainas lassen mitunter an Munch oder Schiele denken, oder - wie der Psychotherapeut Panza im aufschlussreichen Nachwort ausführt - an die „schwerfälligen, irregeführten Kinder“ Brueghels. In Zigainas Darstellungen von Insekten und Faltern herrscht nächtlicher Abgrund: Seine Erzählungen hingegen verbreiten eine frühmorgendliche Stimmung, beruhigt oder gleichmütig und fast ein wenig aufgeregt ob des neuen, beginnenden Tages.

Das Erzähler-Ich ist tief in seiner Herkuntslandschaft, dem Friaul, verwurzelt und ihr stark verbunden. Dennoch ist die Reise ihm Lebensthema, der sich mit dem Auto fortbewegt oder mit dem Zug, etwa von einer Schiffsreise von Triest nach Lissabon erzählt, die er als Kind mit seinen Eltern unternommen hat. Die existenzielle Dimension des Unterwegsseins kommt hier ebenso zum Tragen wie seine Metapherntauglichkeit. In der Erzählung „Der Zug“ umschreibt Zigaina die vage Identifizierbarkeit eines Autor-Ichs mit dem Bild eines leeren Zuges (in dem der Erzähler, doch eigentlich der „Zuseher“ des Autors, der nachzuerzählen versucht), der neben einem anderen leeren Zug im Bahnhof hält, zwischendurch fährt und stark beschleunigt (wie die mitunter rasanten Gedanken des Autors), niemand steigt ein oder aus, nur einmal huscht etwas wie ein Gespenst am Gang vorbei. Das sei eine ideale Situation um nachzudenken - aber nach einer Weile macht dem Erzähler, Zuseher, Autor die Situation Angst. Auch hier also schreibt der Künstler und Autor die Moderne weiter. Fließend gehen Naturbetrachtungen (oder Wegbeschreibungen bzw. -wahrnehmungen) in Kindheitserinnerungen über, um sich in philosophischen Auslassungen wiederzufinden - alles will wiedergelesen werden!

[ Lieblingszitat ] „Aber dann passiert irgendetwas, ganz langsam und allmählich. Panik setzt ein, die plötzliche Notwendigkeit zu überprüfen, ob man tatsächlich am Leben ist, ob man in der Lage ist, Traum und Realität zu unterscheiden, dieses 'Ich' endgültig zu identifizieren. Und hier entsteht das Dilemma.“

[ Info ] Zigaina, Guiseppe: Mein Vater der Widder. (Sprache d. Buchs: deutsch) Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Folio Verlag, Wien Bozen, 2008 (2007). ISBN: 978-3-85256-400-5.


Dieses Buch ist ...

Genre: Roman
Stichworte: Farben, Collage, Weltkrieg, Reisen, Selbsterkenntnis, Künstlerroman, Alltag, Leben
Stil: lakonisch, nachdenklich, postmodern
Empfohlen für: Kunstgenießern, Lektüre zum Nachdenken, Reiselektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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Über Guiseppe Zigaina

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