Über Karin S. Wozonig
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Name: Karin S. Wozonig
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 34
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[ Buchtipp von Karin S. Wozonig ] Die Titelheldin des Romans, Eberhardine Freifräulein von Reckenburg, ist eine starke, selbstbewusste Frau. Der größte Teil des Buchs besteht aus ihren Erinnerungen, in denen sie ihre Kindheit und Jugend und ihre Arbeit auf dem Stammsitz ihrer Familie schildert. Die Rahmenhandlung führt uns einen invaliden, verarmten Soldaten vor, der gegen Napoleon gekämpft hat und der, als er am Ende seiner Kräfte ist, für seine kleine Tochter verzweifelt eine bessere Zukunft sucht. Der Lebensweg dieses Kindes ist mit dem der Titelheldin eng verknüpft und das Kind verkörpert die Zukunft, die nach dem Tod der letzten Reckenburgerin folgen wird.
Die letzte Reckenburgerin, Fräulein Hardine genannt, stammt aus einer Zeit, in der Standesunterschiede den Umgang der Menschen miteinander bestimmen. Hardine genießt eine standesgemäße Erziehung und wächst in dem Bewusstsein auf, dass sie aufgrund ihres alten Adels Vorrechte genießt, auch wenn ihr Zweig der Familie verhältnismäßig arm ist. Mit den Vorrechten sind aber auch Pflichten und ein besonders hoher sittlicher Standard verbunden. Gegen diese Norm verstößt Hardine, als sie ihrer Freundin Dorle, einer Wirtstochter, dabei hilft, eine außereheliche Schwangerschaft zu verheimlichen und das Kind in einem Waisenhaus unterzubringen. Hardine verletzt damit ihr Ehrgefühl und hintergeht ihre Eltern. Sie tut das nicht nur, weil sie ihre Freundin schützen möchte, sondern auch, weil der Vater des Kindes von fürstlichem Stand ist und sie darum bittet, auf Dorle achtzugeben, als er in die Schlacht zieht. Mit besonders eifriger Pflichterfüllung versucht das Freifräulein von Reckenburg diesen Makel in ihrem Leben auszugleichen.
Die Lebensgeschichte der letzten Reckenburgerin ist auch ein Abbild des politischen und sozialen Umbruchs in der Folge der Französischen Revolution von 1789 und der Napoleonischen Kriege. In den Erinnerungen von Hardine geht es um die Macht der Aristokratie und um die Entstehung eines deutschen Staates, um Napoleon und die Schrecken des Krieges. „Die letzte Reckenburgerin“ war der erfolgreichste Roman von Louise von François, einer heute fast vergessenen Autorin, die spannende Geschichten über lebendige Charaktere und über die Geschichte ihrer Heimat erzählte.
[ Info ] von François, Louise: Die letzte Reckenburgerin .
(Sprache d. Buchs: Deutsch)
Koehler & Amelang,
Leipzig, 1965
(1871).
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