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Ein Buchtipp von gingerbox drucken

Der Mann ohne Eigenschaften

Musil, Robert

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[ Buchtipp von gingerbox ] kann und darf man über dieses buch einfach so aus dem stand sich eine kurzkritik anmaßen, ohne auch nur ein einziges werk der sekundärliteratur gelesen zu haben? dieses buch zu lesen war jedenfalls eine heftige erfahrung, und ich rate Ihnen, wenn ich darf, auf keinen fall darauf zu verzichten. vergessen Sie die geschichten, dass niemand es zu ende gelesen habe, dass es langweilig oder zu theoretisch sei, das ist alles blödsinn. natürlich ist viel philosophie darin, und vieles davon habe ich verstanden und nachvollziehen können, und vieles blieb mir auch fremd. aber selbst wenn Sie die theorie nicht interessieren sollte (was ich schade fände, denn Sie versäumen was), bleibt noch ein riesenbrocken grandioser literatur übrig: figuren, die der erzähler bis ins tiefste verstanden hat und sie Ihnen in Ihr hirnkastl stellt, als würden Sie sie persönlich kennen; konstellationen, die Ihnen so noch nie klar waren; ein blick auf die welt, der so klar und so verzweifelt ist wie kaum einer; und gleichzeitig sehr viel witz und liebevolles verständnis.

wenn Sie sich fragen, wie Ihr leben gelingen könnte, wie man leben soll, dann ist diese buch das richtige für Sie. aber hoffen Sie nicht auf antworten.

[ Info ] Musil, Robert: Der Mann ohne Eigenschaften. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek/2004 (19. Auflage) . ISBN: 3-499-13462-4.


Dieses Buch ist ...

Genre: Anderes
Stichworte: interessant, beeindruckend
Stil: ernsthaft, spannend
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken, Reiselektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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Kommentare Chronologie wechseln

Margit Strobl

[ 02.04.06 - 19:40 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] Das Buch hat sehr wohl einen definitiven Schluß, nur öffnet sich der nicht durch einen Plot. -die Aussage, die sich nur dem Erleidenden erschließt, könnte eindeutiger nicht sein. Trotzdem: Es gibt nicht viele Werke der Weltliteratur, die scheinbar so vielschichtig sind wie „Der Mann ohne Eigenschaften“, demnach sind die Mißdeutungsmöglichkeiten gerade hier zahlreich. Warum also sollte ausgerechnet bei diesem Buch das Studium von Sekundärliteratur unwichtig sein? Da hat wohl wieder der Überlebenstrieb der Kritiker-Zunft, und nicht der Wille zur Wahrheit gesprochen...Ich halte es trotzdem für sinnvoller, Primärliteratur zu lesen und der Lektüre selbst die interpretative Funktion übernehmen zu lassen, wo die wichtigsten Werke doch ohnehin gegenseitig Bezug nehmen; Zumal erweisen sich die meisten „Verständnisbücher“ früher oder später als mangelhaft, wenn sie nicht schon zu Lebzeiten des Autors von demselben verworfen werden. Wahre Meister der Literatur haben immer das richtige Verständnis ihrer Hauptwerke in ihren Nebenwerken mitgeliefert, bzw. diese durch gegenseitige Bespiegelung erläutert. Ich kenne keinen ernstzunehmenden Literaten, der je Sekundärliteratur empfohlen hätte –aus gutem Grund, wie ich meine. Der Wahrheitsgehalt dieser Bücher dürfte auf dem Niveau von Biographien liegen. Kritiker wurden und werden zu Recht von Schriftstellern gescholten. Kurzum: Ich habe überhaupt kein Verständnis für Leute, die sich am geistigen Vermächtnis von Autoren bereichern, nur um ihre Familien ernähren zu können. Wenn sich all die toten Schriftsteller ob der über sie verfaßten Bücher im Grabe umdrehen würden, hätten wir ein ständiges Erdbeben. Vielen Dank gingerbox, für die kluge Rezension, und insbesonders auch für das, was sie in die Klammer gesetzt haben.


Birgit Kirsten Müllner

[ 03.03.06 - 21:37 ] [ Kommentar von Birgit Kirsten Müllner ] Selten gilt wie zu diesem Buch, dass man/frau getrost auf Sekundärliteratur verzichten kann, wenn nicht sogar sollte. Musil lädt uns hier in die Welt der k.u.k. Monarchie ein, und verführt es in ihr einzurichten, sie uns anzuverwandeln. Nicht viele Bücher habe ich bislang gelesen, die so gut auch ohne definitiven Schluss auskommen, denn hier reduziert sich eben nicht alles auf die Lösung eines Plots. Das so breit und zum Fassen nahe entfaltete Panorama entschädigt, und keineswegs unzufrieden wird man/frau das Buch schließen und nicht so leicht wieder vergessen.


Margit Strobl

[ 25.02.06 - 21:54 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] Sekundärliteratur besteht aus Meinungen. Warum sollten sie es sich nicht herausnehmen, ihre Meinung zu posten ohne die Meinung anderer zu kennen, die ohnehin berechenbar ist?


Margit Strobl

[ 29.01.06 - 00:09 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] Spitzen-Buch, super Kritik -ein Meilenstein Österreichischer Literatur!






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