Über Sonja Eismann

Sonja Eismann

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Name: Sonja Eismann
Sprache: Deutsch
Stadt: Berlin
Land: DEU

Bücher: 15

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King Kong Théorie

Despentes, Virginie

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[ Buchtipp von Sonja Eismann ] Virginie Despentes, Autorin und Regisseurin des Skandalwerks „Baise-moi“, ist nicht gerade für ihre vornehme Zurückhaltung bekannt. Doch die Wut, die aus jeder Zeile ihres feministischen Essays „King Kong Théorie“ spricht, ist in ihrer sprühenden Vehemenz dennoch unerwartet und zudem eine, die den gezähmten Postfeminismus- und Alphamädchen-Diskursen gehörig Feuer unter dem Allerwertesten machen könnte. Dabei ist nicht alles, was die französische Autorin in den sieben thematisch gegliederten Kapiteln beackert, neu oder unstrittig. So muss man Despentes, selbst Opfer einer Gruppenvergewaltigung, in ihrer affirmativen Lesart von Camille Paglias Ausspruch, Frauen müssten nun mal damit rechnen, vergewaltigt zu werden, sobald sie außer Haus gingen, da diese Brutalität in der Natur der Männer liege, sicherlich nicht zustimmen. Wie auch andere essenzialistische Sichtweisen auf genuin männliches vs. weibliches Begehren sowie ihr weitgehend positiver Blick auf Pornografie und Prostitution (auch hier spricht Despentes aus Erfahrung, auch wenn ihr dies, wie sie schreibt, schwer fällt) zumindest diskutierbar sind.

Doch ihre knallharte Abrechnung mit den nach wie vor vorhandenen Diskriminierungen und Stereotypisierungen, über die mittlerweile stillschweigend hinweggegangen wird - wie die fortwährende Lohnungleichheit; die Selbstzurichtung moderner Frauen mittels Diätwahn und Stöckelschuh, um den Männern, so Despentes, zu signalisieren, dass sie trotz ihrer Autonomie und Intelligenz doch in erster Linie nur gefallen und sich unterwerfen wollen; die Unfähigkeit von Männern, vermeintlich „feminine“ Verhaltensweisen endlich positiv für sich zu reklamieren -, ist in ihrer Direktheit so erfrischend und kraftvoll, dass man dauernd bestätigend mit der Faust auf den Tisch hauen möchte.

Besonders schön, wenn auch nach der Lektüre von Theweleit ebenfalls nicht unbedingt neu, ist ihre rotzige Abhandlung homosozialer Erotik unter heterosexuellen Männern, die sie in unverschämt direkter Weise auf den Punkt bringt: „On dirait qu’ils veulent se voir baiser, se regarder les bites les uns les autres, être ensemble en train de bander, on dirait qu’ils ont envie de se la mettre.“ Despentes Text endet mit dem Ruf nach der männlichen Emanzipation, die schon lange überfällig sei. Der gemeinsame Weg dorthin führe unweigerlich über den Feminismus, der für Despentes nichts weniger als eine Revolution ist.

[ Lieblingszitat ] "Le féminisme est une aventure collective, pour les femmes, pour les hommes, et pour les autres. Une révolution, bien en marche. Une vision du monde, un choix. Il ne s’agit pas d’opposer les petits avantages des femmes aux petits acquis des hommes, mais bien de tout foutre en l’air."

[ Info ] Despentes, Virginie: King Kong Théorie. (Sprache d. Buchs: Französisch) Grasset, Paris, 2006 . ISBN: 9782253122111.


Dieses Buch ist ...

Genre: Essay
Stichworte: Vergewaltigung, Pornografie, Popkultur, Feminismus, Emanzipation
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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