Über Florian Vetsch
- Leserprofil
Name: Florian Vetsch
Sprache: Deutsch
Stadt: St. Gallen
Land: CHE
Bücher: 31
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Black, Jack (Axel Monte / Jerk Götterwind (Übers.))
Bild vergrößern[ Buchtipp von Florian Vetsch ] Jack Black wurde während seiner Zeit in Folsom Prison 1903 Zeuge des grossen Ausbruchs, den eine Handvoll wild entschlossener, lediglich mit Rasiermessern bewaffneter Männer beging. Dieser Ausbruch erregte so viel öffentliche Aufmerksamkeit, dass die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Häftlinge litten, sich ändern mussten: Das Essen verbesserte sich, die Schikanen wurden eingeschränkt, das Spitzelsystem, das die Community der Gefangenen vergiftete, wurde beigelegt, die Strafen und die grausame Folter der Zwangsjacke, die zu lebenslangen Lähmungen und mitunter zum Tode führte, wurden zwar noch nicht abgeschafft, kamen aber kaum noch zum Zug.
„Ich habe diese Neuerungen nicht mehr erlebt. Ich wurde entlassen, bevor sie spürbar wurden. Als ich aus Folsom rauskam, hatte ich mich noch kaum von der Zwangsjacke erholt. Ich hasste alle Menschen auf der Welt, ausser meinen wenigen Freunden, die ebenfalls Verbrecher waren. Ich befand mich wieder in Freiheit, fühlte mich aber wie ein Raubtier, das man inmitten seiner Opfer freigelassen hatte“, schliesst Jack Black seinen Bericht „Der grosse Ausbruch aus Folsom Prison“ von 1917, der in der Übersetzung von Axel Monte und Jerk Götterwind auf Deutsch erschienen ist. Jack Blacks Bericht lässt keinen mehr los, der darin zu lesen begonnen hat. Er dokumentiert aus heutiger Sicht die menschenverachtenden Verhältnisse in US-Gefängnissen, wie sie in Abu Ghraib und Guantanamo Urständ feiern sollten. Zunder im Reisig.
[ Lieblingszitat ] "Gewalt erzeugt Gewalt, und Brutalität führt zu weiterer Brutalität. Aber ebenso bringt Freundschaft Freundschaft hervor, und Güte führt zu Güte."
[ Info ] Black, Jack: Der grosse Ausbruch aus Folsom Prison.
(Sprache d. Buchs: Deutsch) Axel Monte / Jerk Götterwind (Übers.).
Killroy Media,
Asperg, 2008
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ISBN: 978-3-931140-19-9.
Genre: Biographie, Erinnerungen
Stichworte: erschütternder Tatsachenbericht
Sprachen (Buchtipp): Deutsch
[ 07.11.08 - 01:19 ] [ Kommentar von Tim Schomacker ] Black dokumentiert - diese Spitzfindigkeit sei mir verziehen - 1917 die Verhältnisse in US-Gefängnissen aus den jahren 1903ff. "Aus heutiger Sicht" kommt der Ableich mit Guantanamo et.al. hinzu. Mag, strukturell gesehen, nicht falsch sein. Wenn auch plusminus 100 Jahre durchaus in Rechnung zu stellen wären. Nicht im Sinne von: alles anders, alles besser. Eher in dem Sinne, dass die Geschichte einer - wie wohl die gesamte Konstruktion der Vereinigten Staaten auch - auf einem spezifischen System von Angst basierenden Idee (und Praxis) von Gefängnis noch zu schreiben (oder eben, readme, zu lesen) wäre. Erst dann kommt man, mit Verlaub, mit derlei Verbindungslinien weiter. Gleichwohl Dank für den Hinweis. Denn eigentlich hatte ich - vor der Lektüre der letzten paar Zeilen - schreiben wollen: Es handelt sich um eben jenes Gefängnis, in dem Johnny Cash 1968 eines dieser legendären Konzerte gegeben hat. Inklusive der Kunstfigur des Outlaws "Cash", die ihm die nötige Credibility verlieh, es ihm ermöglichte, sich versuchsweise just an jene Schnittstelle zu manövrieren, an der das Zwangssystem Knast nicht in fröhlichem Jailhouse Rock aufgelöst, sondern mit jener Melange aus Freiheit und Gewalt ("...just to watch him die!") konfrontiert wird, die Cashs Zuhörer (und Blacks Nachfahren) hierher, nach Folsom gebracht hat. Und Blacks Satz vom "Raubtier", als das er sich nach der Entlassung gefühlt habe, korrespondiert auf eigenartige Weise mit den Cash-Zeilen "Ich hab in Reno einen Mann umgelegt, nur um zu sehen, wie das ist, wenn einer stirbt".