Über Severin Perrig
- Leserprofil
Name: Severin Perrig
Sprache: Deutsch
Stadt: Luzern
Land: CHE
Bücher: 4
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[ Buchtipp von Severin Perrig ] Irgendwann um 1831 kommt dem französischen Romancier Stendhal alias Marie Henri Beyle (1783-1842) die Idee, ein Leben zu beschreiben, von dem er jede nur erdenkliche Episode kennt. "Leider ist dieses Individuum so gut wie unbekannt: mein Ich." Vier Jahre später begibt er sich "klopfenden Herzens" auf sein biographisches Abenteuer. Allein Gedächtnis und abschweifende Imagination sind die Lotsen, um den Weg zurück in die "freudlose Kindheit" im spiessigen Grenoble und die Adoleszenz im langweiligen Paris zu finden. Was ihm dabei auf rund 900 Seiten aus der Feder fliesst, ist "ein mehr oder weniger wahrscheinlicher" Familienroman unter dem pseudonymen Titel "Das Leben des Henry Brulard", der erst posthum 1890 erscheint. Mit frappierender Offenheit wie Leidenschaft legt Stendhal ein biographisches Fresco Schicht für Schicht frei, dem Abstossendes wie Anziehendes gleichermassen eignet. Und er macht den Prozess der Selbsterkenntnis dabei immer wieder für den Lesenden transparent: im Spannungsfeld von Gedächtniskraft wie -schwäche wird das Ich bei der Niederschrift stets ein Anderer. Eine allzu moderne Zumutung für seine Zeitgenossen, fürchtet Stendhal. "Ich setze auf ein Los in einer Lotterie, deren Hauptgewinn darin besteht, im Jahre 1935 gelesen zu werden." Oder auch im 21. Jahrhundert.
[ Info ] Stendhal, : Leben des Henri Brulard.
Genre: Anderes
Stichworte: innovativ, ungewöhnlich, meisterhaft
Stil: gut verständlich, spannend, experimentell
Empfohlen für: Sprachgenuss, Reiselektüre, Bettlektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch
[ 29.01.06 - 00:34 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] Nicht ganz so ausgereift wie "Rot und Schwarz", aber trotzdem sehr lesenswert.
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