[ Buchtipp von Martina Adelsberger ] „baubo sbugi ninga gloffa“ (Hugo Ball) Hä? „Kroklokwafzi? Semememi! Seiokrontro – prafriplo: Bifzi, bafzi; hulalemi: quasti basti bo ... Lalu lalu lalu lalu la!“ (Christian Morgenstern). Was soll das?
Sprachmusik für Kinderohren, verfasst von berühmten Dichtern. Summiert unter dem Kapitel Kinderreim und Lautgedicht finden sich herrliche Nonsensgedichte von Ernst Jandl, Hans Manz, Christian Morgenstern, Hugo Ball, Dieter Wyss. Kinder lieben Sprachverdrehungen und Lautmalerei. Sie freuen sich tierisch, wenn die Sprache durcheinander gewirbelt, neu geordnet und scheinbar ohne Sinn daher kommt. Diesem Bedürfnis wird in der bereits zum Klassiker gewordenen Anthologie auf jeden Fall Rechnung getragen. Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken, zu lesen, zu sprechen, zu schauen. Unter den großen Überschriften Sprachmusik, Spielen, Verwirr-Reime, Kinderwelt, Tiere, Natur, Nachdenken, Liebe, Geschichten – Gedichte finden sich Unter-Rubriken wie Endlosgedichte, Lügengedichte, Schüttelreim – Rüttelschleim, Limericks, Zungenbrecher und vieles mehr. Es finden sich berühmte Namen und weniger bekannte darunter. Von Clemens Brentano bis Martin Auer, von Daniil Charms bis Christine Nöstlinger. Ein Fest für die ganze Familie. Zum Immer-wieder-Lesen, zum Anschauen, Lachen, Weinen und Glücklich sein. Das schöne an den Gedichten ist, dass man sie, wenn sie einmal auswendig gemerkt sind, immer bei sich hat.
Rotraut Susanne Berners Illustrationen erweitern den Reichtum der Sammlung und lassen sie zu einem wahren Schatz werden. Unsere Taschenbuch Ausgabe war schon so zerfleddert, dass wir uns endlich eine gebundene kauften. Dazu gibt es eine CD, die auch sehr empfehlenswert ist. Bereits sehr kleinen Kindern kann diese vorgespielt werden, auch wenn der Sinn (sofern einer vorhanden) noch nicht erfasst werden kann. Die Gedichte werden in ihrem Rhythmus erfasst und die Freude am Nachsprechen gesteigert. Diese Anthologie sollte in keinem Haushalt mit Kindern fehlen.
[ Lieblingszitat ] lichtung
manche meinen / lechts und rinks / kann man nicht / velwechsern / werch ein illtum.
ernst jandl
[ Info ] Jacoby, Edmund: Dunkel war's, der Mond schien helle.
Verse, Reime und Gedichte. (original language: Deutsch) Illustration: Rotraut Susanne Berner.
Gerstenberg,
Hildesheim, 1999
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