Über Beat Mazenauer
- Leserprofil
Name: Beat Mazenauer
Sprache: Deutsch
Stadt: Luzern
Land: CHE
Bücher: 147
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[ Buchtipp von Beat Mazenauer ] Der Philosoph Walter Benjamin hat Paris als "Hauptstadt des 19. Jahrhunderts" betitelt. Hier entdeckt er mit archäologischem Gespür die Urgründe seiner Gegenwart, "den Schlüssel zur Moderne". Diesen Blick in die Geschichte wirft der Science Fiction-Autor Verne gleichsam zurück, indem er die französische Metropole auf Benjamins, unser Jahrhundert extrapoliert. Wir stehen zu Beginn der sechziger Jahre. Aus der Perspektive Vernes hat sich das Leben radikal verändert. Gasbetriebene Autos und druckbetriebene S-Bahnen sorgen für mehr Mobilität, eine Art Fax-Apparat beschleunigt die indirekte Kommunikation. Geld und Fleiss regieren die Welt, der "Dämon Elektrizität" hat alle unnütze Kultur an den Rand gedrängt und ausgemerzt. Einzig ein paar Irre wie der lateinische Verseschmid Michel Dufrénoy halten an ihr fest - vergeblich.
Es ist erstaunlich, mit welcher Phantasie sich Jules Verne die künftige Welt vorstellte. Zugleich aber, zeigt sich hier, erfand er nichts Neues. Fortschritt bedeutet für ihn Monumentalisierung, die (digitale) Miniaturisierung bleibt unvorstellbar. Das zeigt uns dieser Roman sehr anschaulich. Dieser wichtige Aspekt tröstet darüber hinweg, dass "Paris im 20. Jahrhundert" als Roman kaum gelungen ist und mit Recht zu Vernes Lebzeiten nicht veröffentlicht wurde.
[ Info ] Verne, Jules: Paris im 20. Jahrhundert .
Zsolnay,
1996
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Übersetzt aus Französisch von Elisabeth Edl
Genre: Roman
Stichworte: Wahrnehmung, Paris, Horizont des Wissens, 19. Jahrhundert
Stil: lehrreich, gut verständlich
Empfohlen für: Reiselektüre, Bettlektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch