Über Sabine Scholl
- Leserprofil
Name: Sabine Scholl
Sprache: Deutsch
Stadt: Berlin
Land: AUT
Bücher: 4

[ Buchtipp von Sabine Scholl ] Nicht erst seit den misanthropischen Ausfällen Samuel Huntingtons, der die weiße US-amerikanische Integrität durch spanischsprachige Latinos und Chicanos bedroht sieht, wäre ein Schnellkurs in der Kultur dieser Minderheit angebracht. Neben Das Haus in der Mango Street ist auch das Buch Kleine Wunder von Sandra Cisneros bestens geeignet, sich die Lebenswelten der besonders im Südwesten und den Grosstädten rasch wachsenden Bevölkerungsgruppe zu verdeutlichen. Leser werden mit Ansichten aus dem braunen Ghetto der Farmarbeiter und Hilfskräfte konfrontiert, können Merikaner in die Kirche, in die Wäscherei, in die von Gangs und Gewalt gestörten Schulen begleiten, seufzend Telenovelas betrachten oder Kräuterhandlungen voll magischer Tinkturen besuchen. Da es nicht viel Hilfe von außen gibt, bleibt den Menschen oft nur die Hoffnung auf kleine Wunder, die von christlichen Heiligen, afrikanischen und aztekischen Göttern gleichermaßen erbeten werden. Sandra Cisneros, geboren 1954 in Chicago, erzählt die Geschichten der Einwanderer mehrerer Generationen von unten her. Da besonders die Frauen Probleme haben, sich aus der Unterdrückung durch von Kirche und Gesellschaft vermittelte patriarchalische Strukturen, sowie durch die Mehrheitskultur zu lösen, gilt den Teenagern, den Ausreißerinnen, den Abenteurerinnen Cisneros' besonderes Augenmerk. Alte Mythen, wie die der Übersetzerin Malinche und der Jungfrau von Guadelupe, sollen neu interpretiert positive Rollenbilder vermitteln. Dass sich dabei Sprachen, Religionen und Kulte vermischen, soll kein Hindernis sein. Im Gegenteil, dem Synkretismus gehört die Zukunft.
[ Info ] Cisneros, Sandra: Das Haus in der Mango Street.
Goldmann,
München 1993
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Genre: Roman
Stichworte: beispielhaft, beeindruckend
Stil: exotisch, gut verständlich, spannend
Empfohlen für: Freundschaftsgeschenk, Lektüre zum Nachdenken, Bettlektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch