Über Uwe Schütte
- Leserprofil
Name: Uwe Schütte
Sprache: Deutsch
Stadt: Berlin
Land: DEU
Bücher: 28
[ Buchtipp von Uwe Schütte ] Nein, ein Meisterwerk ist es nicht. Dennoch eine wunderbare Überraschung, aus dem Nachlass ein komplettes Werk veröffentlicht zu sehen, ein neues Buch von Thomas Bernhard. Das Manuskript von „Meine Preise“ wurde 1980 abgeschlossen. Wenn man so will, ist es ein weiterer Band seiner Autobiografie. Denn auch wenn das Buch sich zunächst um insgesamt neun Preisverleihungen dreht, so erzählt Bernhard doch einiges an autobiografischen Geschichten, die sich ganz in den Rest seines Werkes fügen.
Die Episode mit Kauf und Umtausch eines Anzugs für den Grillparzerpreis erinnert an „Gehen“, die Umstände der Ehrengabe des Bundesverbandes der deutschen Industrie spielt über eine weite Strecke, wie „Wittgensteins Neffe“, im Lungensanatorium am Steinhof. Überhaupt sind die Umstände der Verleihung des Kleinen Österreichischen Staatspreises für Literatur bereits bekannt aus „Wittgensteins Neffe“, was dem Spaß am Buch aber keinen Abbruch tut. Ein Autounfall mit Totalschaden in Jugoslawien, seine Zeit als Bierausfahrer der Gösser-Brauerei oder die Passion für Hamburg – das sind nur einige der neuen Facetten in unserem Bild von Thomas Bernhard. Wie unendlich traurig, dass nicht mehr nachkommen wird.
[ Info ] Bernhard, Thomas : Meine Preise.
(Sprache d. Buchs: deutsch)
Suhrkamp,
Frankfurt/Main, 2009
.
ISBN: 9783518420553.
Genre: Erzählende Prosa
Sprachen (Buchtipp): Deutsch
[ 12.02.11 - 20:59 ] [ Kommentar von Verena Mock ] Ich habe "Meine Preise" als böse Satire auf den Kulturbetrieb gelesen, wobei sich Bernhard selber nicht schont. Es muss der Alptraum jedes Kulturministers gewesen sein, ihm einen Preis zu verleihen. Mein Lieblingszitat über den armen Minister Piffl-Percevic, der Bernhard den Kleinen (!) Österreichischen Staatspreis für Literatur überreichen durfte: "Dieser Piffl-Percevic war mir immer ein Greuel gewesen, denn er konnte keinen einzigen Satz korrekt zuende sprechen und es mag sein, dass er etwas von steirischen Kälbern und Kühen und von obersteirischen Schweinen und untersteirischen Mistbeeten verstand, von Kunst und Kultur verstand er jedenfalls nichts, obwohl er ununterbrochen und überall von Kunst und Kultur redete." (S. 78
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