Über Ulrich Baron

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Name: Ulrich Baron
Sprache: Deutsch
Stadt: Hamburg
Land: DEU

Bücher: 16

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Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

Kawakami, Hiromi (Aus dem Japanischen v. Ursula Gräfe u. Kimiko Nakayama-Ziegler)

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[ Buchtipp von Ulrich Baron ] Für die Liebe fühlt sich Tsukiko nicht begabt, doch dann trifft sie in einer Kneipe ihren alten Japanischlehrer wieder. Man merkt, dass man die selben Gerichte mag, kommt ins Gespräch, und plötzlich hat etwas begonnen, was weder die 37-Jährige noch der respektvoll „Sensei“ genannte Witwer zu erhoffen gewagt hätte: Eine Liebesgeschichte voll frühlingshaftem Übermut, scheuer Zärtlichkeit, kulinarischer Köstlichkeiten und manchmal auch unfreiwilliger Komik. Zunächst will keiner der beiden sich seine Verliebtheit eingestehen, doch mit leichter Hand führt die 1958 in Tokio geborene Hiromi Kawakami sie immer wieder zusammen.

Bis dann eine Frage fällt, wie sie wohl so nur ein „Sensei“, in dessen japanischer Bezeichnung noch der Lehrmeister mitschwingt, zu formulieren imstande ist: „Würden sie zum Zweck eines Liebesverhältnisses eine Beziehung mit mir eingehen?“ Verständlicherweise reagiert Tsukiko nicht mit einem „Ja“, sondern mit einem entgeisterten „Was?“, doch in der Verklausuliertheit dieser Liebeserklärung verbirgt sich der schamvolle Selbstzweifel eines Mannes, der nicht an lebenslange Pubertät zu glauben vermag. Wunderbar die Szene, in der der Sensei seiner ehemaligen Schülerin eine Sammlung verbrauchter Batterien zeigt, die er nicht wegwerfen mag, weil es doch herzlos wäre, „sie, die bis dahin Licht und Töne erzeugt hätten, in den Müll zu werfen, nur weil sie leer seien.“ Während der Sensei ihr in Gestalt jeder Batterien auch sein eigenes langsam dahinschwindendes Dasein ans Herz legt, kämpft Tsukiko mit der Schwierigkeit, erwachsen zu werden. Sie ist wie ein Kind, das im Dunkeln pfeift. Als der Sensei ihr bei einem Ausflug das Grab seiner Frau zeigt, treibt sie sein „schrecklich liebevolles“ Lächeln, das einer anderen gilt, in die Flucht. Dann sitzt sie vor ihrem Hotel und ruft in die Dunkelheit hinein, bis der Sensei endlich zu ihr zurückkehrt. So ernsthaft und heiter zugleich ist selten über die Liebe solch eines ungleichen Paares geschrieben worden. Doch am Ende ist es wie mit den Batterien: Man weiß nicht, für wie lange noch Leben in ihnen ist.

[ Lieblingszitat ] „Sein Lächeln war furchtbar liebevoll.“

[ Info ] Kawakami, Hiromi: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß. (Sprache d. Buchs: Deutsch) Aus dem Japanischen v. Ursula Gräfe u. Kimiko Nakayama-Ziegler. Hanser, Tokio, 2008 ("Sensei no kaban" 2004). ISBN: 978-3-446-20999-2.


Dieses Buch ist ...

Genre: Roman
Stichworte: Japan, Liebe, Essen
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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