Über Kirstin Breitenfellner
- Leserprofil
Name: Kirstin Breitenfellner
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 26
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[ Buchtipp von Kirstin Breitenfellner ] Wer sich schon immer über den christlichen Mythos gewundert hat, seine Leidensgestalt Jesus, das Kreuz und andere im Gegensatz zu den frisch-fröhlichen Mythen etwa der Griechen schwermütige, verschrobene Symbole und Geschichten, den könnte mit der Lektüre diese Buches ein Aha-Erlebnis erwarten. René Girard, Jahrgang 1923, der heute in den USA lehrt, verlangt trotz des Untertitels Apologie von niemandem, zu glauben. Er erklärt bloß auf verblüffende Weise den Zusammenhang von Christentum und archaischen Religionen. Die Evangelien: laut Girard eine Interpretation oder vielmehr Offenbarung des Sündenbock-Mechanismus, erstmalige Parteinahme für das Opfer, das die Mythen immer für schuldig halten. Aus seiner Theorie des mimetischen, d.h. nachahmenden und also rivalisierenden menschlichen Begehrens, das einen Zyklus der Gewalt in Gang setzt, aus dem mit der Divinisierung der Opfer Religion erst entsteht, entwickelt Girard so nebenbei eine ganze Kulturtheorie, von der Erklärung von Phänomenen kollektiver Gewalt bis zur modernen Gier, selbst Opfer zu sein. So glänzend geschrieben und verständlich, dass man sich unvermutet mit einem modifizierten Weltbild zurückgelassen finden könnte.
[ Info ] Girard, René: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie ein Blitz. Eine kritische Apologie des Christentums.
Hanser,
München 2002
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ISBN: 3446202307.
Genre: Essay
Stichworte: innovativ, interessant
Stil: gut verständlich, lehrreich, spannend
Empfohlen für: Lektüre zum Nachdenken
Sprachen (Buchtipp): Deutsch
[ 25.02.06 - 21:13 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] ...das die Gewaltspirale -zwar nicht ausgelöst von den Terroristen wie oft fälschlich behauptet wird- aber doch der falsche Weg ist, obwohl sie strukturell im Recht sind, muß ich wohl nicht extra erwähnen.
[ 25.02.06 - 21:09 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] Das Christentum gab es auch schon vor der Divinisierung des Opfers, abgesehen davon war Jesus kein Opfer sondern Regisseur seines Schicksals. Der Sündenbockmechanismus ist eine sich ständig wiederholende Tragödie. Das kurukshetische Schlachtfeld wird ewig in zwei Hälften geteilt sein. Interessant zu sehen ist es, dass die Mörder ihre Ermordeten nie ermorden müssten, wenn sie gewillt wären die Wahrheit der Verfolgten zu akzeptieren das würde ihnen allerdings die Erkenntnis ihrer moralisch-geistigen Unterlegenheit vor Augen führen, was sie aber nicht hinnehmen wollen, wodurch nur ein Ausweg bleibt: Die Ermordung des Wahrheitsverkünders! Weil aber die Wahrheit IMMER ans Licht drängt, wird dem Ermordeten im Nachhinein die Überlegenheit zuteil. Demnach die Dummen ihre Dummheit nie einsehen, werden wir dieses Spiel ewig weiterspielen, wodurch sich die Erkenntnis ergibt: Die Verfolgten sagen so lange die Wahrheit, bis sie ermordet werden. Die Mörder lügen, sobald sie den Mund aufmachen. So schaut´s aus. Diese Behauptung stammt übrigens von Zeruya Shalev.Zum Hellenismus: Frisch-fröhlich waren die dionysischen Gelage ja nicht gerade. Alles in allem ist das Buch ein lauer Aufguß aus altbekannten Texten der sogenannten Aufklärung, aus jener Zeit also, in der man meinte, das Christentum historisch verstehen zu müssen. Diese Sicht ist spätestens seit dem 2. Vatikanischen Konzil veraltet. Ein gutes Beispiel für vorgestrige Zeitgeistigkeit, ein typisches Unding und Überbleibsel aus der Post-Postmoderne. Wenn sie etwas wirklich revolutionäres über das Christentum lesen wollen (und keine Angst vor Kirchenkritik haben) empfehle ich Ihnen ein x-beliebiges Buch von Herrn Joseph Ratzinger. Liebe Grüsse