Über Rolf-Bernhard Essig
- Leserprofil
Name: Rolf-Bernhard Essig
Sprache: Deutsch
Stadt: Bimbamberg
Land: DEU
Bücher: 18
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Koff, Clea (Aus dem Englischen v. Karin Schuler u. Heinz Tophinke)
Bild vergrößern[ Buchtipp von Rolf-Bernhard Essig ] Was sind das für Leute, die Massengräber kartografieren, menschliche Überreste exhumieren und – wenn möglich – eine Identität zuordnen? Wie kann man diese Arbeit ertragen? Wie kann man überhaupt die Knochen in einem Massengrab zum Sprechen bringen? Und ist so etwas überhaupt in einem Buch mitteilbar?
Clea Koff, Anthropologin und Forensikerin, zeigt, dass man es kann und auf eine Weise, die interessiert, belehrt, berührt und tatsächlich sogar unterhält, weil sie in klaren, sehr plastischen Worten schreibt, weil sie als eindrucksvolle Person mit einer besonderen Mission immer präsent bleibt, ohne sich zu spreizen, und weil sie uneingeschränkt Menschlichkeit als Alternative zu den grauenhaften Ereignissen aufscheinen lässt. Zweierlei muss man betonen: Mit der romantisierenden, banalen Darstellung der modischen Gerichtsmedizinerserien hat das alles nichts zu tun und ebenso nichts mit einer unerträglichen Zurschaustellung Grauen erregender Ereignisse. Koff besitzt die seltene Gabe, den Lesern ihre Scheu vor den Toten zu nehmen, deren Würde sich vor das Grauen schiebt. Sie schafft es, sehr früh klar zu machen, worin die Bedeutung dieser Arbeit besteht. Weil sie die ethische Grundlage ihres Tuns so klar formuliert, verfolgt man das konkrete Vorgehen mit Spannung, wobei das Entsetzen über die menschliche Brutalität nicht weicht.
Es geht Koff darum, den Triumph der Täter zu vereiteln. Die Schlächter von gestern gehen ja davon aus, dass sie ihre Opfer zum Schweigen gebracht haben, endgültig: erst durch den Mord und dann durch das Verwischen von Spuren. Das UN-Kriegsverbrechertribunal dagegen deckt im wahrsten Sinne des Wortes solche monströsen Verbrechen auf, indem es Menschen vom Format einer Clea Koff nach Kigali, Srebrenica, ins Kosovo schickt. Es gilt, den Toten eine Stimme zu geben, das betont die Forensikerin mit Macht. Ideal ergänzt Anna Kims Roman „Die gefrorene Zeit“ dieses Buch literarisch.
[ Lieblingszitat ] Jemand sagte einmal, dass die Wahrheit nicht die Toten zurückbringt, aber ihren Stimmen Gehör verschafft.
[ Info ] Koff, Clea: Die Knochenfrau.
Meine Arbeit in den Massengräbern für das UN-Kriegsverbrechertribunal.
(Sprache d. Buchs: Deutsch, Übersetzung aus dem Englischen) Aus dem Englischen v. Karin Schuler u. Heinz Tophinke.
Malik,
München, 2004
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ISBN: 9783890292717.
Genre: Populärwissenschaftliches Sachbuch
Stichworte: rücksichtslos und klar, politisch bedeutsam, herzensklug und wahrhaftig
Sprachen (Buchtipp): Deutsch