Über Andreas Kohli
- Leserprofil
Name: Andreas Kohli
Sprache: Deutsch
Stadt: Zürich
Land: CHE
Bücher: 22
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[ Buchtipp von Andreas Kohli ] Das Buch fängt fulminant an mit: 1. Das Leben ist schnell, die Kunst ist langsam, die Gelegenheit spröde, die Ausführung unzuverlässig und das Urteil parteiisch. Und geht weiter mit: 3. Die Kunst schliesst wie die Liebe jegliche Konkurrenz aus und verschlingt den ganzen Menschen.
Die Sammlung von Aphorismen des Malers Füssli - einiges von amüsanter Boshaftigkeit - dreht sich leider zu sehr um das Genie und seine minderen Nachamer, wobei Füssli sich darüber ausschweigt, ob er selbst genial ist oder eben bloss ein Talentierter. Lesenswert ist es alleweil. Zum Beispiel: %%Eine irrige Vorstellung von den eigenen Fähigkeiten ist die schädlichste Begleiterscheinung des Genies und der strengste Mahner für seine Eitelkeit.
Nachsatz: Ein guter Teil Leonardo da Vincis Leben verdampfte in nutzlosem Experimentieren und abwegiger Forschung. Michelangelo entstellte die Glieder der Erhabenen durch anatomischen Kleinkram. Raffael entfernte sich vom Menschlichen, um eine Wüste der Mythologie mit plumpen Göttern und noch plumperen Göttinnen zu bevölkern. Shakespeare überliess Hamlet und Othello der Zeit und dem Zufall, um an einem frostigen Sonett zu feilen oder seinen Adonis zu liebkosen, während Milton die Posaune fallen liess, mit der er die Hölle in Erstaunen versetzt hatte, dem Paradies den Rücken drehte und einen Schulmeister in den Himmel einwies. Wenn das Genie sich von solchen lethargischen Augenblicken überrumpeln lässt, können wir es einem Johnson nachsehen, dass er die "Irene" schrieb, und einem Hogarth, dass er aus dem Paulus einen gravitätischen Narren machte.%%
[ Info ] Füssli, Heinrich: Aphorismen über die Kunst.
Benno Schwabe ] co,
Klosterberg, Basel
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Genre:
Stichworte: gewagt
Stil: satirisch
Empfohlen für: Freundschaftsgeschenk
Sprachen (Buchtipp): Deutsch