Über Dieter Sperl

Dieter Sperl

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Name: Dieter Sperl
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT

Bücher: 17

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Luna Park

Roman

Ellis, Bret Easton

Bewertung

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[ Buchtipp von Dieter Sperl ] „Du siehst dir verblüffend ähnlich.“

Ein schöner Satz, um ein Buch zu beginnen. Bret Easton Ellis, der gerade dabei ist, sein siebtes Buch zu beenden, wirft dem Leser die ersten 50 Seiten eines autobiografisch gefärbten und ziemlich entspannt daher kommenden Romans inklusive Name-dropping-Gossip als Appetizer vor, um danach, auf den nächsten vierhundert Seiten, eine Art Stephen-King-Klamotte abzuziehen (eine Hommage an den King of Horror, wie Mr. Ellis es genannt hat), - als leichte und sehr kalorienarme Sommerkost. Der Autor als exzentrischer, selbstsüchtiger „Held“ und zugespitzt-überdrehter Ausdruck des Zeitgeistes, in Style-Magazinen und im TV rauf und runter gespült, torkelt als abgestumpfte, mit Champus, Speedballs, Kokain und kübelweise Wodka vollgepumpte Figur durch seine Glamorama-Lesereise-Tour, gibt unfreiwillig komische Signierstunden in ausgebrannter Coolness, auf denen er am liebsten statt seiner Signatur nur ein X hinzeichnen möchte. Doch die ihm zur Seite gestellten Verlagshelfer („Drogen-Cops und Motivationshelfer“) führen stets die Hand des Autors, um dessen Kult-befüllten Namen auch weiterhin gewinnbringend aufzuführen.

Luna Park ist eine Art Schundbuch, das nicht darüber hinaus kommt, weil es das möglicherweise gar nicht will. Ich mag den Titel und das Blau auf dem Cover. Ich mag diese völlig unnötige Story. Diese total hirnlose Kindergartenhorrorstory, wie ein ausgewählt schlechter Zombiefilm. Mögen die Kritiker des Autors es als uninspiriertes Werk bezeichnen und es nicht ertragen, „wie ein gefeierter Schriftsteller sich selbst demontiert...“, im Sommer von Kritzendorf, letztes Jahr, liebte ich es, genau das zu lesen.

Und jetzt musste ich denken: Ein Buch kann man niemals wirklich jemandem empfehlen. Nicht einmal Menschen, die man mag und die man zu kennen glaubt. Nicht einmal sich selbst, ein zweites Mal. Denn das ganze Aufnahme- und Begegnungs-Setting ist dann anders. Man weiß nie, warum man zu einem Buch kommt, warum es zu einer Begegnung kommt und welche Anteile, Fragen, Bedürfnisse, Gedanken, Rhythmen... diese dann in einem selbst betont, befragt oder bekräftigt. Ich mochte auch das Ende des Buchs. Sehr sogar. Es betont den Ausgleich und die Integrationskräfte in uns. „Ohne Drogen kam ich zu der Überzeugung, dass der Buchhändler in Baltimore in Wirklichkeit ein Puma war.“

[ Info ] Ellis, Bret Easton: Luna Park. Roman. Heyne Verlag, 2007 . ISBN: 978-3-453-67521-6.


Dieses Buch ist ...

Genre: Roman
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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Kommentare Chronologie wechseln

André Pilz

[ 14.07.09 - 12:13 ] [ Kommentar von André Pilz ] Hallo Dieter, sehr schöne Buchvorstellung! Grüße, A.






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