Über Karin S. Wozonig

Karin S. Wozonig

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Name: Karin S. Wozonig
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT

Bücher: 34

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Graf Petöfy

Fontane, Theodor

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[ Buchtipp von Karin S. Wozonig ] So wie in seinem berühmten Roman „Effi Briest“ steht auch in Theodor Fontanes wenig bekanntem Werk „Graf Petöfy“ die Heirat einer jungen Frau mit einem viel älteren Mann im Mittelpunkt. Der österreichisch-ungarische Graf Petöfy, beinahe siebzigjährig, heiratet die vierundzwanzigjährige Schauspielerin Franziska Franz. Der Graf erwartet sich nicht mehr von seiner Frau, als dass sie ihm eine gute Gesellschafterin sei, die ihm durch ihre lebhaften, humorvollen Erzählungen und gemeinsame Ausfahrten auf dem ungarischen Familiensitz den Lebensabend versüße. Andere Ansprüche, wie zum Beispiel den auf eheliche Treue, möchte er nicht stellen. Franziska ihrerseits fühlt sich ihrem Mann zu Dank verpflichtet und begnügt sich mit dem stillen, einsamen Landleben in der ungarischen Provinz. Nach einem Jahr zeigt sich, dass die beiden ihre selbst errichteten Ideale nicht erreichen können.

Dieser Roman ist kurz und die Geschichte des ungewöhnlichen Ehepaars wird schnörkellos erzählt. Es ist kein packender Roman, aber einer, der voll von Anspielungen auf die politische und gesellschaftliche Situation der Zeit ist (die Geschichte spielt im Jahr 1874) und der auf eine interessante Weise von Motivsträngen und Andeutungen durchzogen ist. Gegenstände und Orte bekommen symbolische Bedeutungen, die uns wie in kleinen Rätseln präsentiert werden, die das Lesevergnügen an diesem ansonsten schlichten Text ausmachen.

[ Lieblingszitat ] "Du bist ein Kindskopf", lachte Phemi. "Lehre mich doch die vornehme Welt kennen. Ich stecke länger darin und will dir sagen, wie's liegt. Auch die Besten nehmen uns bloß so hin. Sie lassen sich's gefallen, daß wir ihnen die Zeit vertreiben, und sind auch wohl dankbar dafür, aber von unserer Tugend und Sitte zu hören, ist ihnen nur langweilig. Denn sie glauben nicht daran, und weil sie nicht daran glauben, erscheint ihnen unser Tugendanspruch einfach prätentiös. Wir sollen nicht bloß tatsächlich anders sein wie sie, nein, sie wollen sich dieses Unterschiedes auch bewußt werden. Und so glaube mir denn, es wird ihnen gar nicht schwer, uns zu pardonnieren, aber uns zu respektieren, ist ihnen lästig und unbequem. Du hast keine Vorstellung davon, in wie vielerlei Kleider sich der menschliche Hochmut steckt. Und auch die Gräfin drüben, sosehr ich sie verehre, wird schließlich keine Ausnahme machen... Aber sieh nur, wer ist denn der alte Herr, der sich drüben im Hotel eben über die Balkonbrüstung lehnt und hierher lorgnettiert, als kenn' er uns? Ist das nicht...?"
Und im selben Augenblick erkannten beide den alten Grafen und erwiderten seinen Gruß.

[ Info ] Fontane, Theodor: Graf Petöfy. (Sprache d. Buchs: Deutsch) Aufbau-Verlag, Berlin, 1999 (1884).


Dieses Buch ist ...

Genre: Roman
Stichworte: 19. Jahrhundert
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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