Über Karin S. Wozonig
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Name: Karin S. Wozonig
Sprache: Deutsch
Stadt: Wien
Land: AUT
Bücher: 34
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von Arnim, Gisela (Bettina von Arnim)
Bild vergrößern[ Buchtipp von Karin S. Wozonig ] Der Titel ist vielversprechend und die Leserinnen und Leser werden nicht enttäuscht: Dieser „Märchenroman“, entstanden um 1845, ist das Zeugnis der ungebremsten Phantasie Gisela von Arnims, einer Tochter von Bettina von Arnim.
Die Geschichte: Die kleine „Hochgräfin“ Gritta lebt mit ihrem skurrilen, verwitweten Erfindervater und beschützt durch die Gunst der Ratten ihres Schlosses ein eintöniges Leben. Da taucht die Gräfin Krauta (Kurzform von Nesselkrauta) Rattenweg (ein mit den Rattenzuhausbeiuns verfeindetes Geschlecht) auf, beschließt, Grittas Hochgrafenvater zu heiraten, kämpft gegen ihre drei Vormünder eine Schlacht am Burggraben, in der sie durch Topf- und Grützebeschuss siegreich bleibt und schickt Gritta ins Kloster. Gritta bricht von dort mit elf Freundinnen aus. Nach einem Besuch bei ihrer alten Amme segeln sie (aus Versehen) ins Paradies Sumbona, in dem die Geschichte nach einigen Verwicklungen ein fast märchenhaftes, vielleicht polyamoröses Happyend nimmt.
Dazwischen gibt es eine Erzählung über eine Vorfahrin Grittas, die sich sehr unkonventionell verhält, und den Bericht eines alten Seemanns. Der ist nicht nur mit der Prinzessin der Schmetterlingsmenschen verheiratet (alle anderen halten sie für die Tochter des Torfhändlers), sondern er begegnet auf der Insel der Schatten auch dem Schatten Platons.
„Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns“ ist ein Buch für alle, die einen Ausflug in eine großartig-bunte Phantasiewelt schätzen. (Wenn man möchte, kann man darin allerdings auch nach den Spuren des politischen und sozialen Engagements Bettina von Arnims suchen.)
[ Lieblingszitat ] "Ich bin die Schattenseite Platos", sagte er, als wir an den Bergwänden empor wandelten. "In mir ist eine feine Liebe, ich fühle eine platonische Zuneigung zu Dir." Er erzählte mir entsetzlich viele Dinge vor; ich hörte aufmerksam zu und verstand nichts. Auf einmal starrte er mich lange an und sagte: "Du verstehst mich. So einen mochte ich immer, dem ich meine langen, langen hinter dem Berge haltenden und um die Ecken kommenden Gesprächsweisen angedeihen lassen könnte. Du bist dazu ganz köstlich geeignet." - Als wir vom Spaziergange zurückkehrten, war ich schachmatt, und es war mir, als habe ich in meinem Vaterland Pflaumenbrühe genossen.
[ Info ] von Arnim, Gisela : Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns.
Märchenroman.
(Sprache d. Buchs: Deutsch) Bettina von Arnim.
Manesse,
Zürich, 2008
(1926).
Genre: Roman
Stichworte: Märchen, 19. Jahrhundert
Sprachen (Buchtipp): Deutsch