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[ Buchtipp von René Gisler ] Natürlich, es gibt auch Nachteile, aber unbestrittener Vorteil, wenn man einen Kultautor erst Jahre nach dessen Durchbruch für sich entdeckt, ist der Umstand, dass es dann meistens schon eine grössere Anzahl von Werken gibt, man kann dann quasi von Null auf Hundert starten und muss nicht, wie etwa nach einem Erstlingswerk, erst wieder Jahre warten, um an mehr Material aus der gleichen Hand zu gelangen.
So erging es mir mit Haruki Murakami, bzw. seiner wilden Schafsjagd (im japanischen Original: Hitsuji wo meguru böken, 1982), die ideale Einstiegsdroge um in die wundersam mysteriösen Innenwelten eines modernen Japans und seiner Protagonisten einzutauchen und erst einige Monate und Bücher später wieder aufzuwachen. Ganz in Erwartung von Begegnungen mit merkwürdigen Männern oder von Telefonanrufen unbekannter Frauen. In jedem Fall aber tut sich dem Leser eine viel-ge-schichtig wahrgenommene Welt und Unterwelt von eigenartigen Ereignissen und überraschend endenden Handlungssträngen auf, in welchen man sich an der Seite des Ich-Erzählers nur zu gern mehr und mehr verlieren wird.
[ Info ] Murakami, Haruki: Wilde Schafsjagd.
Suhrkamp,
1997
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Genre: Roman
Stichworte: ungewöhnlich, meisterhaft
Stil: spannend
Empfohlen für: Freundschaftsgeschenk
Sprachen (Buchtipp): Deutsch