Über Freie Bibliothek
- Leserprofil
Name: Freie Bibliothek
Sprache: Deutsch
Stadt:
Land: CHE
Bücher: 268
[ Buchtipp von Freie Bibliothek ] Joseph von Eichendorff ist der volksliedhafte unter den romantischen Dichtern Deutschlands. Und obwohl er hauptsächlich Lyrik verfasste mit dem er schon in Schülerjahren begann- hat er auch ein paar bemerkenswerte Prosatexte hervorgebracht, von denen ich nur das Marmorbild erwähnen möchte.
Eichendorff bezeichnete die Liebe als das unverwüstliche Grundthema aller Dichtungen, und so verwundert es nicht, dass die meisten seiner Gedichte sich diesem Thema widmen. Als die schönsten und ergreifendsten empfinde ich jene, die er unter dem starken Drang seiner Jugendjahre schrieb, eine Zeit, in der er auch der kleinen Demoiselle Pitsch begegnete, von denen einige seiner Gedichte zeugen. Als Beispiel möchte ich ein Gedicht anführen, dass mich besonders berührt hat, auch wenn es nicht exemplarisch für das Werk Eichendorffs gesehen werden darf.
Mädchenseele
Gar oft schon fühlt´ ich´s tief, des Mädchens Seele
Wird nicht sich selbst, dem Liebsten nur geboren.
Da irrt sie nun verstossen und verloren,
Schickt heimlich Blicke schön als Boten aus,
Daß sie auf Erden suchen ihr ein Haus.
Sie schlummert in der Schwüle, leicht bedeckt,
Lächelt im Schlafe, atmet warm und leise,
Doch die Gedanken sind fern auf der Reise,
Und auf den Wangen flattert träum´risch Feuer,
Hebt buhlend oft der Wind den zarten Schleier.
Der Mann, der da zum ersten Mal sie weckt,
Zuerst hinunterlangt in diese Stille,
Dem fällt sie um den Hals vor Freude bang
Und läßt ihn nicht mehr all´ ihr lebelang.
[ Info ] Eichendorff, Joseph Karl Benedikt Freiherr von: Liebesgedichte.
Insel Taschenbuch,
Leipzig/2000
.
ISBN: 3-458-34291-5.
Genre: Lyrik
Stichworte: ergreifend
Stil: leicht, satirisch
Empfohlen für: Sprachgenuss, Bettlektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch