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Gefährliche Geliebte

Murakami, Haruki

Buchtipp
Reich-Ranicki lobte diesen Roman für seine hoch erotischen Liebesszenen. Obwohl der Ex-Bücher-Papst mittlerweile sein literarisches Urteilsvermögen eigebüßt zu haben scheint (ich spiele auf den Streit mit Sigrid Löffler (literarisches Quartett) an, in dem es darum ging, ob Emanuelle nun Pornographie oder doch Literatur sei) gebe ich Marcel in diesem Fall recht.
Ich war mehr als skeptisch, ob der von Rezensenten bezeichnete Stil (eine Mischung aus Zen & Coca-Cola) mich ansprechen würde. Ich hätte wohl nie zu einem Murakami gegriffen, wäre dieser japanische Autor nicht so penerant erfolgreich, immer wieder streifte ich verächtlich an den kitschig bunten Bücherpaletten (das einschlichten in Regale zahlt sich bei seinen Büchern nicht wirklich aus) vorbei und habe mich des öfteren dabei erwischt, dessen Leser als hoffnungslos dekadent zu hassen -nicht zuletzt deshalb entschied ich mich irgendwann für ihn: man will ja wissen, worüber man schimpft! Als mir schließlich auch noch eine liebe Freundin aus der Community diesen japanischen Helden als einen ihrer Lieblinge empfahl, mußte ich es wissen, also orderte ich angeekelt das mir am wenigsten scheußlich erscheinende Buch mit dem Titel „Gefährliche Geliebte“. Beschämt muß ich gestehen, daß ich es in einem Zug durchgelesen habe.
Obwohl mein Exemplar aus dem Englischen übersetzt wurde, war ich angenehm überrascht und muß zugeben, daß viele Roman-Neuerscheinungen qualitativ nicht an Murakami heranreichen. Möglicherweise ist der Verdienst den Übersetzern (Giovanni Bandini und Ditte Bandini) zu verdanken, so genau will ich es aber erst mal gar nicht wissen, wo ich mich gerade mit Murakami versöhnt habe...


Genre: Roman
Stichworte: ergreifend
Stil: ernsthaft
Empfohlen für: Freundschaftsgeschenk, Bettlektüre
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


Comments

[ 26.02.06 - 11:15 ] [ comment by Margit Strobl ] Dank Murakami werde ich mich in Zukunft hüten müssen, mich selbst zu zitieren: „Ich liebe Bestseller-Listen, denn so bin ich stets am Laufenden, welche Bücher ich ganz bestimmt nicht lesen werd´.“