[ Buchtipp von Heike Müller Heike Müller ]

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Die Stimmen des Flusses

Cabré, Jaume

Buchtipp
Der katalanische Autor Jaume Cabré ist ein Meister seines Fachs, ein großer Erzähler, der uns mehr als ein halbes Jahrhundert spanische Geschichte zu sehen gibt. Eigentlich zeigt er uns einen Kinofilm, den man, sobald der Abspann läuft, noch einmal unbedingt von vorne gucken muss, um all die Geschehnisse zu begreifen, die man beim ersten Mal übersehen hat. „Die Stimmen des Flusses“ ist ein komplexer Roman, dessen Zeit- und Handlungsebenen elegant gegeneinander geschnitten werden, mühelos wie es scheint.

Cabré, lange Jahre als Drehbuchautor tätig, beherrscht sein Handwerkszeug wie kaum ein anderer. Schauplatz des groß angelegten Romans ist das katalanische Bergdorf Torena. Es bildet den Mikrokosmos für die Wechselfälle spanischer Geschichte und zeigt zugleich das Eingreifen der verschiedenen politischen Herrschaftssysteme in die Gemeinschaft der Dorfbewohner. Jaume Cabré erzählt von den alles umspannenden Themen wie Liebe, Schuld und Verrat, von einem feigen und doch sehr mutigen Dorfschullehrer, Oriol Fontelles, und seiner Parallelfigur in der Jetztzeit, der Grundschullehrerin Tina Bros, die sich auf seine Spuren begibt, um herauszufinden, was im Oktober 1944 in der Kirche von Torena tatsächlich geschah. Beide bezahlen letzten Endes für ihren Mut mit dem Leben und eigentlich ist damit schon zuviel verraten. Der bisher beste Roman des Jahres. Unbedingt lesen!


Genre: Roman
Sprachen (Buchtipp): Deutsch


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