[ Buchtipp von Literaturhaus Wien ] Klaus Kastberger schreibt
Das Buch hebt mit einem Bündel grandioser Sätze an. So ist gleich vorneweg etwas von jenem scharfkantigen Sprachrhythmus spürbar, der auch noch für ein paar leichtfüßige Wechselschritte Platz läßt. An allen Ecken und Enden des Textes strecken sich dem Leser rhetorische Figuren entgegen, bei nächster Gelegenheit schon fällt dieses Gerüst an die beschriebenen Dinge zurück. Das Formale steht ganz unzweifelhaft im Vordergrund, eine glasklare Form:
"Jakob fühlte sich um die Reaktion auf seine Antwort geprellt. Wenn er um Auskunft gefragt wird, und er wurde gefragt, und wenn er Auskunft gibt, wenn er sich redlich, mit Rede und Regung, bemüht, dann geht er eine Beziehung ein. Seine Sätze sind präzise, seine Auskunft ist korrekt. Das Gleichgewicht aus Information und Interesse, um das er sich bemüht, ist das Gleichgewicht seiner Tage."
[Die vollständige Rezension finden Sie im online Buchmagazin der Dokumentationsstelle für neuere österreichische
Literatur im Literaturhaus]
Der Mann, von dem die Rede ist, heißt Jakob Sagmeister; eine Figur, die des Sprechens nicht recht mächtig ist, obwohl diese Fähigkeit eigentlich in seinem Namen steckt.
[ Info ] Sadlon, Magdalena: Die wunderbaren Wege.
Zsolnay,
Wien 1999
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ISBN: 3-552-04923-1.
[ 27.03.06 - 14:06 ] [ Kommentar von Margit Strobl ] "Seine Sätze sind präzise, seine Auskunft ist korrekt." Trotzdem ist er des Sprechens nicht mächtig. Darf ich das so verstehen, daß Jakob besser lügen sollte, um sein inneres Gleichgewicht zu behalten, sich also nicht um die Authentizität seiner Aussage, als mehr um die Sprach-Handlung kümmern sollte? Woran scheitert dieser Jakob? Kommt es zu einer Auflösung, oder besteht der Reiz des Buchs im (für den Leser) genußvollen scheitern, formal dargestellt?