[ Buchtipp von Literaturhaus Wien ] Michaela Schmitz schreibt
Es gibt zwei Arten zu fischen: die Treibjagd oder das Fischen mit Stellnetzen in der Hoffnung, dass die Fische von selbst in das Netz hineinschwimmen. "Beides", so Hans Eichhorn, "ist auch mit Sätzen möglich: dass man ganz bewusst und gezielt auf Jagd geht oder dass man umwegartig Sätze auslegt, anpeilt oder Sätze beginnt, die andere Sätze nach sich ziehen; bis ein Satz auftaucht, der so etwas wie Beute sein kann, der sich in den anderen Sätzen verhängt und der dann herausgezogen wird." Hans Eichhorns Fischrevier liegt im oberösterreichischen Attersee. Dort wirft der Berufsfischer und Schriftsteller seine Sätze ins Wasser und wartet, was der Tag in seine Wortreuse spült. Hans Eichhorn setzt auf den Zufall: beim Schreiben und beim Fischen.
Der Autor ist fasziniert vom "Tachismus", dem malerischen Bekenntnis zum Spontanen, Zufälligen. Mit seinem Buch über "Wols", einen der Begründer der tachistischen Kunstrichtung, hat er sich diese gestische Malerei der intuitiven seismographischen Linien literarisch anzueignen versucht. "Wols ist für mich ebenso ein Anstoß wie die Erkenntnis, dass ich eigentlich blind bin, dass ich zuerst etwas sehen muss, das bereits auf der Leinwand oder auf dem Papier ist. Was da ist, gewinnt Kontur, und dann mache ich etwas damit (...), und dann versuche ich, mit ihnen weiterzuarbeiten, sie so lange hin- und herzubewegen, bis ich mir denke: Ja, das ist etwas, (...) das neu für mich ist".
[Die vollständige Rezension finden Sie im online Buchmagazin der Dokumentationsstelle für neuere österreichische
Literatur im Literaturhaus]
[ Info ] Eichhorn, Hans: Unterwegs zu glücklichen Schweinen.
Residenz,
St. Pölten, Salzburg 2006
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ISBN: 3-7017-1444-4.